Der Sonnengesang des Echnaton

Das Projekt

Der Sonnengesang des Echnaton aus dem antiken Ägypten

Eine Reise zu den geistigen Quellen der Menschheitsgeschichte und der abendländischen Kultur

Ein interdisziplinäres Projekt des Kunst- und Kulturprojektes BRAND-SANIERUNG e.V. mit Kunst, Wissenschaft, Archäologie und Musik

Die abendländische Welt ist gegenwärtig in Bewegung. Kulturen treffen zusammen, ringen um Verständigung und ein künftiges Miteinander. Das stellt uns vor große Herausforderungen, bietet aber auch Chancen zu Neuem aufzubrechen. Umbruchzeiten zwischen den Epochen sind immer wegweisend für einen neuen Zeitgeist gewesen. Durch die rasant voranschreitende komplex digitale Lebenssituation im urbanen Raum ist ein enormes Spannungsverhältnis zu den traditionellen Erklärungsmustern entstanden.

Unsere europäische Kunst und Kultur steht religions- und geistesgeschichtlich in der jüdisch-christlichen Tradition. Jedoch mit Aufkommen von Flüchtlingsströmen aus dem ehemaligen mesopotamischen Raum – Syrien, Afghanistan, Irak  – stellt sich die Frage nach den gemeinsamen Wurzeln neu.

Im altorientalischen Raum haben Generationen der Menschheit ein unwiederbringliches Kulturerbe hinterlassen. Das gilt es zu bewahren und immer wieder den Blick neu darauf auszurichten. So können neue Impulse in der heutigen Umbruchzeit Stabilität und tieferes Verstehen von Fundamentalem ermöglichen. Auch die Frage nach dem Dialog Mensch und Natur ist in einem weltweiten Kontext aktueller als je.

Einzigartig im Kanon der unzähligen ägyptischen Hymnen und Gebete ist der große Sonnengesang des Echnaton, der das Verhältnis zur Schöpfung neu besingt. Er verbirgt einen universalen Denkansatz, der sich in der Formensprache, den Welt- und Lebensbildern der Amarnazeit deutlich ausdrückt.

Es war nicht nur ein kühner Versuch, den Monotheismus auf brachiale Art und Weise vorwegzunehmen, sondern auch das Verhältnis des Menschen zur Natur und zueinander neu auszurichten.

Das Kunst- und Kulturprojekt BRAND-SANIERUNG e.V., das seit achtzehn Jahren in der Weißenfelser Neustadt, einem Stadtteil, in dem die meisten Migranten mit verschiedenen Religionen und Kulturen leben, beheimatet ist, hat Künstler verschiedener Genres eingeladen, sich diesem Thema zu stellen. Ihre bildkünstlerischen Arbeiten dazu werden in  den Räumen der BRAND-SANIERUNG zu sehen sein und mit den Quellen in Beziehung gesetzt. Dazu hat der Architekt und Archäologe Christian Tietze, der in den Jahren 1991-2007 mehr als 20 Ausgrabungskampagnen in Ägypten und Syrien geleitet hat die Amarnazeit anhand von Bilddokumenten, Stadt- und Tempelmodellen verdeutlicht.

Komplettiert wird diese Dokumentation durch ägyptische Totensandalen, ein Exponat aus dem Schuhmuseum Weißenfels, das eine der bedeutendsten völkerkundlichen Schuhsammlungen besitzt und die lange Schuhtradition unserer Stadt pflegt und lebendig hält.    

Durch die Vernetzung der verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen und Genres erhält das Thema eine semantische Verdichtung. Es gelingt so, den Bogen zur Gegenwart zu spannen und dem Hörer und Betrachter bewusst zu machen, dass Künstler und Kunst sich durch Jahrhunderte dafür verantwortlich zeichnen, zu fragen, wer wir selber sind und wodurch wir sind. 

Die Ausstellung wird mit einer Dokumentation in einem Katalog festgehalten.

Christina Simon