Rudolf Franke (1925-2002) – WIRKEN IN DIE ZEIT

Rudolf Frankes Leben und Wirken markiert einen Weg, den man am besten mit „kunstsinnig und sinnstiftend“ überschreiben kann.Als Grafiker widmete er Jahrzehnte seines Schaffens dem Linolschnitt. In dieser Technik erreichte er allerhöchste Meisterschaft. Jedes Bild ist ein in sich selbst organisiertes Ganzes.
Franke druckte mit bis zu zwölf Platten, die zu einem raffiniert ausgeklügelten Zusammendruck geführt wurden. Im Bildfeld lassen sich collagehaft eingearbeitete Fragmente, aber auch Zeichnungs- oder Malspuren erkennen.
Dem Betrachter ist dieses Beziehungsgeflecht aus drucktechnischen, zeichnerischen und malerischen Prozessen ein großer ästhetischer Genuß. Das Auge wird herausgefordert, sich auf Spurensuche zu begeben.
Neben der Fähigkeit, mit Schnittmesser, Pinsel und Farbe bildkünstlerisch auf Zeit und Gesellschaft zu reagieren, war Franke ein begabter Pädagoge und leidenschaftlicher Kunstsammler.
Als Hochschullehrer prägte er Generationen von Kunsterziehern, die sich seiner behutsam föhrenden Art und seiner anteilnehmenden Herzlichkeit ein Leben lang mit Dankbarkeit erinnern.
eine Grafiksammlung, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ilse Franke aufgebaut hat, darf mit 14000 Werken als eine der qualitativ wertvollsten und umfangreichsten Privatsammlungen internationaler Grafik des 20. Jahrhunderts, zumindest im Raum der ehemaligen DDR, bezeichnet werden.
Denjenigen, die ein ernstes Interesse ( an der Kunst - weglassen) bekundeten, stellte er an den traditionellen Kunstabenden „Fest der Augen“ ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung vor. Entsprechend seiner Maxime wurde die Sammlung im September 2004 an das Angermuseum übergeben, allen Menschen zum Geschenk.
Sein Blick für wahrhaftige Kunst ließ ihn unbeirrt von den gesellschaftlichen und politischen Zwängen der DDR-Diktatur zum Förderer und Partner jener Könstler werden, die sich deutlich vom staatlichen Kunstbetrieb distanziert hatten. Als spiritus rector der „Erfurter Ateliergemeinschaft“ ( 1963-1974)organisierte er regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Dass die BRAND-SANIERUNG Rudolf Franke ausstellt, hat doppelten Symbolwert. Zum einen zeigt die Ausstellung einen konzentrierten Überblick über sein Linoldruckwerk, angefangen von den einfarbigen Darstellungen der 60er Jahre bis hin zu den Mehrfarbdrucken der 90er Jahre.
Die Exponate zeichnen den Weg des Künstlers Rudolf Franke exemplarisch nach. Sie zeigen eine Kunstform, die im Haus der BRAND-SANIERUNG einen festen Platz hat, auf höchstem Niveau. Zum anderen darf behauptet werden, dass an diesem Ort das Vorbild und Vermächtnis Frankes auf fruchtbaren Boden gefallen sind.
Hier finden seit über zehn Jahren Kunstabende statt. Kunst wird in verschiedenen Gestaltungsformen dargeboten. Wenig arrivierte Künstler stehen neben weit bekannten Namen. Kunstinteressierte, für Neues aufgeschlossene Menschen begegnen sich und kommen miteinander und mit den Künstlern ins Gespräch.
Hier führt Frankes Weg weiter, wirkt sein Geist in die Zeit …