Pressestimmen zu Projekten der BRAND - Sanierung

2011
Gastgeber ehren Novalis
Mibrag übergibt Weihnachtsschecks über 12 000 Euro an sechs Vereine in Sachsen und Sachsen-Anhalt


Dass es gestern nicht nur weihnachtlich, sondern auch romantisch in Räumen des Vereins Brandsanierung in der Weißenfelser Neustadt zuging, hatte seinen Grund. Zum 17. Mal überraschten Vertreter der Mibrag Menschen im Ehrenamt mit ihrer Aktion Weihnachtsscheck. Unter den sechs Vereinen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt, die mit je 2 000 Euro für ihr Engagement im sozialen und kulturellen Bereich sowie der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedacht wurden, befanden sich diesmal auch die Gastgeber in der Novalisstraße 13.
Schüler der Klasse 7a des Goethegymnasiums stimmten mit Liedern und Novalis-Texten auf die Adventszeit und auf den 240. Geburtstag des Geologen und Frühromantikers Novalis am 2. Mai 2012 ein. Damit boten die Gymnasiasten einen Vorgeschmack auf das neue Projekt der Brandsanierung, die es seit zehn Jahren gibt. Zwei Ausstellungen und ein Hörbuch seien für die Ehrung im nächsten Jahr geplant, wie die Vereinsvorstandsmitglieder Christina Simon und Bernd Steudtner gegenüber den Mibrag-Sponsoren erläuterten. "Mit unserem Vorhaben wollen wir auch das Engagement des Literaturkreises Novalis unterstützen", erklärte die Pädagogin und Künstlerin Christina Simon.
Auch die Gemeinde Elsteraue im Burgenlandkreis durfte sich über eine 2 000-Euro-Spende freuen, die für die Weiterführung der Ausstellung über das KZ-Außenlager "Wille" in Rehmsdorf verwendet werden soll. Zudem übergab Mibrag-Geschäftsführer Heinz Junge Schecks an den Heimatbund Bad Dürrenberg, das Pestalozzi-Kinderund Jugendheim Borna, den Skatepark Pegau und den Obdachlosentreff Leipziger Oase des Diakonischen Werkes.
MZ vom 07.12.2011


Erzähler in seinem Element
Gerhard Begrich erklärt mit dem Gilgamesch-Epos, was im Leben wichtig ist

Geschichten erzählt bekommen - das ist ein Vorrecht der Kinder. Schade. Denn der Besuch Gerhard Begrichs weckt Lust auf gute Erzähler. Wenn der ehemalige Professor, Pfarrer, Rektor des Pastoralkollegs sich ansagt, ist ein heiterer Abend voll Weisheit, Poesie und Mitgefühl garantiert. Am Freitag war es mal wieder so weit: Der 65-Jährige erzählte im Rahmen des Themenjahrs Mythologie in der Weißenfelser Brand-Sanierung die babylonische Geschichte des Gilgamesch.
Begrich erinnert an Professor Dumbledore aus der Harry-Potter-Reihe: nicht nur durch den langen grauen Bart und die Halbmond-Gläser auf der Nase, auch durch seine abwägende Klugheit. Das 3 200 Jahre alte Epos erzählt Begrich nicht einfach nach, sondern er schweift ab, zieht Parallelen zu anderen Mythen, Werken, Menschen. Und genau das macht den Abend aus.
So führt er mit Steve Jobs das Thema ein. Der verstorbene Apple-Chef habe in einem Interview gesagt, die wichtigste Erfindung des Lebens sei der Tod. Eineinhalb Stunden später erklärt Begrich, was in diesem Satz versteckt ist: "Dass es der Tod ist, der das Leben einmalig und kostbar macht."
Die Geschichte Gilgameschs sei denn auch eine ewig aktuelle: die Suche nach dem Sinn des Lebens. Gilgamesch ist im Epos sowohl der Sohn einer Göttin als auch Mensch. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens findet er das einzige Paar, das eine verheerende Flut überlebt hat und erhofft sich Rat. Durch den alten Mann gelangt Gilgamesch an ein "Kraut, das Jugend gibt". Doch es wird ihm gestohlen. Ist das aber ein Verlust? Nein, findet Begrich: "Das Kraut hätte ja nichts gebracht. Gilgamesch hätte kein neues Leben bekommen, sondern er hätte nur jung ausgesehen, wäre aber doch älter geworden." Er vergleicht es mit Salben und Tabletten, wie sie die Pharmaindustrie herstellt: "Dann sieht man zwar wie 30 aus, ist aber trotzdem 60 Jahre alt." Mit all den Konsequenzen, die das hat. So lebensnah argumentiert Begrich, der vor zwei Jahren eine Nacherzählung des Epos´ vorlegte, die mittlerweile vergriffen ist. In der Brand-Sanierung zitierte er aber nicht sein Buch - das sei "unredlich", befand er - sondern aus einer Übersetzung von 1966.
Er kann da ganz humorvoll sein. Als ein späterer Freund Gilgameschs, der noch im Stadium der Unschuld gemeinsam mit den Tieren lebt, zum zivilisierten Leben geweckt wird, geschieht das durch eine Dirne. Er betont: "Die Zivilisierung zum Leben beginnt hier nicht mit der Arbeit, sondern mit der Liebe." Das sei menschheitsgeschichtlich korrekt: Die ältesten erschaffenen Objekte seien nicht Faustkeile - sondern kleine Nachbildungen von Frauen.
Begrich erntet dafür viel Lachen und für den Abend großen Applaus. Auch Peter Meusel war begeistert. Er kannte den Text, hatte ihn in Vorbereitung sogar noch mal gelesen, aber den Autor kannte er nicht. "Meine Erwartungen wurden übertroffen", schwärmt der Weißenfelser. Wenn Begrich wieder käme, sei er auch dabei. Ebenso war Christina Simon begeistert von der dritten Veranstaltung ihrer Reihe "Mythologie". Die vierte steht am Freitag, 16. Dezember, an. Sie wird ein Märchenabend sein.
MZ vom 08.11.2011


JUBILÄUMSAUSSTELLUNG Palimpest - Zugang zur Antike
Dieses Mal zeigt Christina Simon eigene Farblinolschnitte.

Welchen "Schatz die Stadt Weißenfels hier hat", weiß Jörg Freiwald, der Stadtratsvorsitzende (Die Linke) jetzt, und spricht bei der Ausstellungseröffnung darüber. "Hier schaut Kunst und Kultur über den eigenen Tellerrand hinaus", sagt er und das sei für die Stadt wichtig. Freiwald steht mindestens 70 kunstinteressierten Besuchern am Sonnabendnachmittag gegenüber. Es müssen schon wieder Stühle und Bänke dazu geholt werden, damit alle Besucher Platz finden.
Seit zehn Jahren hat Christina Simon, die Weißenfelser Lehrerin und Künstlerin, nicht nachgelassen, das Kunst- und Kulturprojekt in der Weißenfelser Neustadt zu entwickeln, einen Verein gegründet, der auf dem Weg zur Stiftung ist. Es gebe nur acht Leute, die sich "Verdienter Bürger" der Stadt Weißenfels nennen dürfen und als solche ins Ehrenbuch eingetragen sind, doch Christina Simon gehört seit Januar dazu, erinnert Freiwald. Als Stadtratsvorsitzvorsitzender will er so schnell wie möglich dafür sorgen, dass der Vertrag für die Stiftung folgt, damit sich die Kunstszene weiterentwickelt.
Doch ehe die Personalausstellung der Vereinsvorsitzenden der Brand-Sanierung Christina Simon "Palimpsest - Zur Mythologie der griechischen Antike" eröffnet wird, blickt der frühere Geschäftsführer der WVW, Bernd Steudtner, zehn Jahre zurück. In diesem Wohnhaus in der Novalisstraße gab es nur noch eine Bewohnerin - Christina Simon - und die wollte darin ein Atelier haben. "Was macht sie eigentlich in diesem Haus?", habe er sich gefragt und sie besucht. "Es war eine überraschende und überzeugende Begegnung". Die WVW hat begonnen, das Haus zu sanieren, Wohnungen, Atelier, Ausstellungsräume und Gästezimmer sind entstanden. Vor zwei Jahren ist der Verein Brand-Sanierung gegründet worden, Steudtner ist Vorstandsmitglied geworden. Im Kunst- und Kulturprojekt hat sich Stammpublikum entwickelt, und das wächst. "Hier werden interessante, anspruchsvolle Veranstaltungen mit Kunst, Musik und Literatur veranstaltet", meint Steudtner.
Das gilt auch für die Jubiläumsausstellung. In die am Sonnabendnachmittag der Kunsthistoriker Hans-Christoph Dittscheid aus Regensburg einführte und die Musikerin Marie-Luise Detering aus Frankfurt am Main mit außergewöhnlichen Metamorphosen auf der Oboe umrahmte. Dittscheid sei Christina Simon während eines kunstgeschichtlich-theologischen Seminars am Golf von Korinth in Nafpaktos begegnet, erzählt sie. Dieses Seminar werde seit Jahren von der Universität Halle-Wittenberg und Regensburg durchgeführt. Der Schulleiter des Goethegymnasiums habe ihr mit einer Unterrichtsverlagerung die Möglichkeit gegeben, daran als Fortbildung teilzunehmen. Jetzt will sie mit ihrer Ausstellung und den Farblinolschnitten interessierten Menschen und natürlich auch Schülern zur Auseinandersetzung mit gezielten theologischen und kunsthistorischen Themen etwas aus ihren Metier weitergeben. Sie hat sich mit der griechischen Mythologie und der griechischen Kunst auseinandergesetzt und wird in einem Farblinolschnitt-Zyklus dieses abendländische Erbe bis hin zur christlichen Tradition deutlich machen. Ein Ergebnis der fruchtbringenden Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Professoren in Griechenland, zu denen Hans-Christoph Dittscheid gehörte, ist, dass jener am Sonnabend 15 Leute aus Mainz und Köln, ehemalige Kommilitonen, mitgebracht hat, die das Wochenende in Weißenfels verbrachten, um die Region näher kennenzulernen. Auch eine Gelegenheit, die Stadt an der Saale deutschlandweit bekannter zu machen
MZ vom 23.08.2011


Historisches Zimmer eingeweiht
Verein Brand-Sanierung erinnert an den Frühromantiker Novalis.

Das Kultur- und Kunstprojekt Brand-Sanierung hat sich in der Novalisstraße 13 in Weißenfels schon so benannt, als sich der gleichnamige Verein noch gar nicht gegründet hatte. Jetzt erinnert dieses Haus, das seit Jahren saniert wird, in einem Raum an Stadtgeschichte. "Novalis ist nicht nur der Namenspatron diese Straße, in dem die Brand-Sanierung beheimatet ist", sagt die Vereinsvorsitzende Christina Simon. "Er ist als einer der bedeutendsten Frühromantiker für die Stadt von Gewicht und reichte mit seinem Geist weit über die Romantik hinaus." Die Stadt Weißenfels und vor allem der Literaturverein Novalis habe in diesem Jahr an seinem 210. Todestag mit einer Festveranstaltung an ihn gedacht.
Doch weil der Verein Brand-Sanierung von Anfang an in seinem geistigen Konzept die Verknüpfung von wissenschaftlichem Gedankengut zum Geistlichen verfolge, treffe sich das mit der Botschaft, die Novalis hinterlassen habe. Deshalb haben beide Vereine gemeinsam in einem neu renovierten Raum, das Historisches Zimmer eingeweiht, in dem auch eigens für die Brand-Sanierung ein Novalis-Porträt seinen Platz gefunden hat. Die Malerin Rosalinde Weber-Hohengrund aus Schwabach hat es für den Verein angefertigt.
Das Historische Zimmer hat noch mehr zu bieten. "Wir befinden uns hier in der ehemaligen Villa des Fabrikanten Straumer, der dieses Haus bauen lies", erinnert Christina Simon. Von der Schuhfabrik sei zwar nichts mehr zu sehen, doch als die Villa im Gründerstil gebaut wurde, kaufte sich der Fabrikbesitzer für seine Etagenwohnung Möbel. Und jene, die zwischen 1906 und 1916 zur Einrichtung gehörten, schmücken jetzt originalgetreu das Historische Zimmer. Dazu gehören Schränke, Vertiko, Tisch und Stühle sowie zwei Gemälde aus jener Zeit.
"Die Möbel sind eine Dauerleihgabe", sagt die Vereinschefin und erklärt, wie es dazu gekommen ist. Günter Kohl, ein Erbe des ehemaligen Fabrikbesitzers Straumer, der noch in Weißenfels wohnt, habe vom Kunstprojekt und der Sanierung des Hauses gelesen, sie angerufen und dem Verein das Mobiliar angeboten. Somit wird in diesem Raum nicht nur an Friedrich von Hardenberg, den Frühromantiker Novalis, sondern auch ein Stück an die Schuhstadt Weißenfels und die blühende Gründerzeit erinnert. Kunstinteressierte und viele Schüler und Studenten, die Veranstaltungen und Ausstellungen in dem Kunstprojekt Novalisstraße besuchen, sehen in diesem Zimmer ein anschaubares und würdigendes Stück der Weißenfelser Stadtgeschichte.
Die Zusammenarbeit zwischen Brand-Sanierung und dem Literaturkreis gehe aber noch weiter. "Zum 240. Geburtstag von Novalis soll ein neues Hörbuch erscheinen", macht sie neugierig. Der Zielophon-Verlag will es herausgeben und hat sich für Aufnahmen dazu in Weißenfels angekündigt. Da machen die Vereine mit. Doch erst einmal werden Sponsoren gesucht. Für die Produktion des Hörbuches über das Leben von Novalis werden 8 000 Euro benötigt.
MZ vom 15.07.2011


Finnin in Weißenfels
Freitagvormittag kommt die in Finnland geborene und jetzt in Deutschland lebende Künstlerin Helena Rytkönen gemeinsam mit ihren Mann in Weißenfels an. Im Kunstprojekt "Brand-Sanierung" in der Novalisstraße 13, wird sie dann ihre "Finnischen Mythenbilder" aufhängen und dann morgen Abend bei der Ausstellungseröffnung selbst durch die Räume führen. Es sei nicht selbstverständlich, dass Künstler über ihre eigene Werke sprechen können und dem Besucher helfen, die Bilder zu erschließen, meint Christina Simon, die Vorsitzende des Vereins Brand-Sanierung. Diese Gabe sei ein Geschenk. Es lohne sich, die 1951 in Iisalmi in Finnland geborene Helena Rytkönen kennenzulernen. Sie habe 1971 Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Statistik sowie Kunstwissenschaften und Germanistik studiert, erst 1983 Freie Malerei an der Kunsthochschule in Kassel. Seit 1992 befasse sie sich mit Mythen, Symbolen und Gegenständen der Mari (ein finnougrisches Volk an der Wolga in Russland). Seit 1996 gibt es von ihr Ausstellungen und Vorträge zum Thema "Mythen in Finnland". Sie befasse sich auch mit Europaprojekten zum Thema Landwirtschaft und Kunst.
Dass die freischaffende Künstler, die jetzt in Rohlsdorf (Schleswig-Holstein) jetzt in der Weißenfelser Neustadt ihre Bilder zeigt, hat seinen Grund. Wie sie befasse sich auch Christina Simon mit der Mythen, der Identität, der Frage, wer bin ich? Woher komme ich? Man müsse Prioritäten setzen. Beziehungen zwischen den Menschen seien das Fundament des Glaubens, meint die Weißenfelser Vereinsvorsitzende. Sie arbeitet im Atelier selbst gerade an eigenen Farblinolschnitten für ihre Ausstellung "Palimpset- Zur Mythologie der griechischen Antike" im August im Haus eröffnet wird. Menschen anderer Kulturen erleben, die etwas zu erzählen haben, ihre Geschichte und Kultur vermittlen wollen und können, ist ihr und auch Helena Rytkönen wichtig. Auf die Finnin sei sie durch das Naumburger Ehepaar Nina und Martin Pflugradt aufmerksam geworden. Seit dem ersten Kontakt vor einem Jahr verbinden sie gleiche Interessen. Als Künstlerinnen gehe es ihnen beiden nicht um hochfliegende Ideen, sondern darum, solide handwerkliche Arbeit abzuliefern
Doch das können die Besucher ab morgen Abend, 19 Uhr, selbst sehen. Emma Aulanko vom Finnland-Institut in Berlin wird die Ausstellung eröffnen. Einen Einführungsvortrag halte dann Helena Rytkönen selbst. Musik macht die Gitarristin Rustam Yuzbashov, Schülerin der Landesschule Pforta. Präsentiert werden an diesem Tag auch das Jahresheft "Brand-Sanierung" für 2010. Bis 26. Juni werden die "Finnischen Mythenbilder" als Malereien und Rauminstallationen zu sehen sein.
Im Rahmen der Ausstellung hält am Freitag, 10. Juni, 19 Uhr, Roland Rittig einen Vortrag "Wäinemöinen - singt durch den Wind". Er widmet sich dem Kalevala und anderen Mythen im Werk des Lyrikers Johannes Bobrowski.
Ausstellungseröffnung "Finnische Mythenbilder", Samstag 19 Uhr, Kunstprojekt "Brand-Sanierung", Novalisstraße 13.
MZ vom 19.05.2011


"Strahlende Kerle" im Dom
Sie kennen sich seit sieben Jahren: Roland Rittig, der die Gesellschaft zur Förderung des Schlosses Moritzburg in Zeit leitet, und Christina Simon, die den Weißenfelser Verein "Brand-Sanierung" gegründet hat. Doch jetzt wird die Zusammenarbeit der beiden Vereine enger. "In Zeiten knapper Kassen macht es Sinn, die Kräfte über die Ortsgrenzen hinaus zu bündeln", sagt der Literaturwissenschaftler, der auch schon Schülerprojekte mit Gymnasiasten in der "Brand-Sanierung", dem Kunst-Projekt in der Weißenfelser Neustadt, das die Lehrerin und Künstlerin entwickelte, durchführte. Er hat ihnen die Prometheus-Darstellungen aus dem Jahr 1982 in Text und Bild und Komposition nahe gebracht, auch Grafiken zu Johannes R. Becher besprochen. Seit der Vereinsgründung der "Brand-Sanierung" ist er kooperatives Vereinsmitglied geworden.
Doch auch Christina Simon ist den Zeitzer Kunstliebhabern längst keine Unbekannte mehr. Sie hat bereits ihre Linolschnitte im Dom St. Peter und Paul ausgestellt. Auch Linolschnitte zu Ernst Ortlepp und zu Martin Luther stammen aus ihrer Hand. Die grafische Sammlung des Museums Moritzburg sei außerordentlich gut, weiß die Weißenfelserin.
"Beide Vereine sind wichtige Kulturvermittler in ihren Städten", meint Rittig. Die Fördergesellschaft des Zeitzer Museums und die Ernst-Ortlepp-Gesellschaft haben landesweit einen guten Ruf und tragen seit Jahren mit Hilfe von Ausstellungen, Vorträgen und Publikationen dazu bei, den Namen der Stadt Zeitz über ihre Grenzen hinaus bekannter zu machen.
Die Resonanz der gegenwärtigen Luther-Ausstellung "Nicht an Worten, an Taten kennet sie" sei ein Beleg dafür. Rittig spricht von bürgerschaftlichem Engagement. In beiden Vereinen geht es um das Erkunden kultureller Synergieeffekte. "Wir wollen uns auf den regionalen Bestand der Kunst besinnen, auf unsere eigenen Wurzeln", sagt die Weißenfelserin. Die Region hat sich, was die Kunst betrifft, der Heimat eine Menge zu geben.
Deshalb hat Christina Simon der Fördergesellschaft Linolschnitte für die Martin-Luther-Ausstellung übergeben. Als "Strahlende Kerle" hat sie Peter und Paul, die Namenspatronen des Zeitzer Doms bezeichnet. "Christliche Motive in der Kunst sind mir wichtig", sagte die Religionslehrerin des Weißenfelser Goethegymnasiums. "Sie haben einen Bezug zu unserem Erbe, der christlichen Tradition." Die Fördergesellschaft könne sich jenes Bild nicht leisten. Deshalb stellt sie es ihr zur Verfügung.
Ums Hinterfragen geht es auch bei den gemeinsamen Schülerprojekten. Die Lehrerin hatte Rittig, einen der zehn Schriftsteller, die im Herbst in Schulen unterwegs waren, zum Thema "Autoren für Demokratie und Courage" zu einer Lesung und Schreibwerkstatt ins Goethegymnasium eingeladen. Es sei ein besonders guter Religions-Kurs, sagt sie und Rittig weiß das jetzt auch. "Immer mehr Schüler engagieren sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus, treten in ihrer Schule für Demokratie, Toleranz und gegenseitigen Respekt ein." Über Kriege, Gewalt und Mobbing habe er mit ihnen gesprochen. Beim zweiten Termin haben sie in der Schreibwerkstatt Texte verfasst. "Die Texte der Weißenfelser Schüler kamen alle in die engere Auswahl", zeigt sich der Literaturexperte beeindruckt. Eine Jury in Magdeburg werde sie beurteilen und Preise vergeben.
Beide Vereinsvorsitzende haben bereits Projekte für die zukünftige Zusammenarbeit beplant. Die Luther-Ausstellung, die jetzt im Lebek-Zentrum in der Moritzburg Zeitz zu sehen ist, soll in Weißenfels gezeigt werden. Rittig wird einen Vortrag halten über Johannes Bobrowski im Kunst-Projekt "Brand-Sanierung" in der Saalestadt, wo in diesem Jahr finnische Mythen zu dessen Dichtung unter dem Motto "Wäinemöinen /singt durch den Wind" zu sehen sind. Von Christina Simon werden Linolschnitte zu den Aposteln als Beitrag für die geplante Dauerausstellung im Zeitzer Dom zum Thema "Das Kirchenjahr" gezeigt, die Pfingsten eröffnet werden soll. Im Rahmen der Luther-Dekade arbeitet sie selbst zur Zeit am Thema "Frauen und die Reformation". Die Arbeiten werden 2012 in der Elsterstadt zu sehen sein. Weitere Ideen schwirren beiden im Kopf.
MZ vom 14.02.2011


In Brand-Sanierung brennen Kunst und Kultur
Christina Simon, die Vorsitzende des Vereins Brand-Sanierung, ist beim Neujahrsempfang der Stadt Weißenfels als "Verdiente Bürgerin" ausgezeichnet worden, durfte sich ins Ehrenbuch ihrer Heimatstadt eintragen. Über diese Anerkennung freute sich die 48-jährige Lehrerin für Kunst und Religion am Goethegymnasium Weißenfels, die seit ihrem Studium ganz unterschiedliche Linolschnitte anfertigt, sich aber auch anderen kulturellen Themen widmet.
Sie sieht in der Auszeichnung ein Zeichen, "dass meine Stadt in meine Arbeit Vertrauen setzt und dass viele Menschen aus der Region an das Kunst- und Kulturprojekt ,Brand-Sanierung' glauben". Dass das Projekt inzwischen zu einem kulturellen Hoffnungsträger der Region geworden ist, haben immer mehr Gäste deutlich gemacht, meint sie. Es geht nicht nur darum, eigene Linolschnitte in Ausstellungen zu präsentieren. Sie holt auch bekannte Künstler in die Stadt, lässt Schriftsteller lesen und Musiker spielen.
"Ich habe das Privileg sehr unabhängig und frei arbeiten zu dürfen", sagt sie. Durch ihre Unabhängigkeit könne sie in ihrer Außenseiterposition gewisse Themen und Projekte bearbeiten, "die nicht dem Mainstream verpflichtet" seien wie öffentliche Museen. "Ich sehe meine Aufgabe darin, aufgrund der Abwanderungsrate der Menschen aus dem Osten einen Pfosten da einzuschlagen, wo der Schwund am größten ist", sagt sie. Kultur soll die Menschen festhalten oder in die Heimat zurückkehren lassen.
Obwohl ihr Mann seit zehn Jahren seinen Arbeitsmittelpunkt in den Altbundesländern finden musste, hat sie sich entschieden, in Weißenfels zu bleiben. Dass sie in der Neustadt einen "kulturellen Leuchtturm" entwickelt hat, wie Stadtratsvorsitzender Jörg Freiwald (Die Linke) ihr Projekt bei der Laudatio bezeichnete, bringt sie mit den guten Arbeitsbedingungen in Zusammenhang. Aufgrund ihrer langjährigen Teilzeitarbeit als Lehrerin habe sie die Möglichkeit genutzt, ihre freie Zeit und Energie in den Aufbau des Kunstprojektes fließen zu lassen. "Ich arbeite jetzt zehn Jahre am Kunstprojekt in der Novalisstraße 13", blickt sie zurück. Ihre bewusste Entscheidung, mit dem Projekt ein Stückchen Kultur für die Region zu entwickeln und beharrlich zu bleiben, habe sich gelohnt, meint sie.
Doch Christina Simon hat dazu auch Mitstreiter gefunden und den Verein "Brand-Sanierung" gegründet. Auch immer mehr Lehrer ihrer und anderer Schulen unterstützen sie und nutzen die Projekte, besuchen Veranstaltungen, verlegen Unterrichtsstunden mit ihren Schülern in ihr Atelier und in Ausstellungen in der Galerie. Dort erleben sie, dass sich Kultur und Kunst in der Saalestadt entwickeln. Das verfestige sich im Kopf. Besucher kehren auch deshalb immer wieder dorthin zurück, weil sie sehen wollen, wie die Sanierung des Wohn- und Kunsthauses "Brand-Sanierung" voranschreitet. Dieser Aufgabe hat sich Geschäftsführer Bernd Steudtner von der Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels gestellt. Auch das sei eine Werbezeichen für die Stadt.
MZ vom 24.01.2011


Ab auf die Insel
Herbert Rosendorfer holt die Lesung aus seinem Italienroman "Der Mann mit den goldenen Ohren" in der Weißenfelser Neustadt nach.

Schon wieder reichen die Stühle in der Galerie des Vereins "Brand-Sanierung" nicht. Aus der Wohnung von Vereinschefin Christina Simon werden noch private herangeschleppt. Die letzten Gäste nehmen ganz hinten auf der Sitzgarnitur Platz. Nicht der beste Ort für den Rücken, um dort anderthalb Stunden auszuhalten. Aber den Samstagabend wollen rund 60 Gäste unbedingt mit der Lesung von Herbert Rosendorfer aus seinem Buch "Der Mann mit den goldenen Ohren" dort beginnen.
Nicht nur Weißenfelser sind ins Kultur- und Kunst-Projekt in die Novalisstraße der Weißenfelser Neustadt gekommen. Nach der Absage eines der "bedeutendsten Schriftsteller im deutschen Raum", wie ihn die Vereinschefin nennt, im August, wo er sein Buch passend zur Moritz-Götze-Ausstellung vorstellen sollte, dann aber krank wurde, sei die Nachfrage groß geworden.
Statt im Sommer liest Herbert Rosendorfer eben mitten im Winter vor und bringt die Frauen und Männern zum Schmunzeln und lauten Lachen - auch die in der letzten Reihe. Doch zuerst verteilt Rosendorfer, der Jurist im Ruhestand (Jahrgang 1934), der jetzt Professor für Bayerische Literaturgeschichte ist, ein Lob an die Seumebuchhandlung, die sich den Roman wohl schon im Sommer "besorgt" und viele seiner Bücher zum Verkauf in die Brand-Sanierung mitgebracht haben. "Der Mann mit den goldenen Ohren", der 2009 erschienene Roman, gilt im Moment beim Verlag als "vergriffen". Er habe gerade zwei Lesungen in Weimar und Erfurt hinter sich. Da sei das Buch nicht mehr zu haben. Das liege mit Sicherheit auch daran, weil er im November 2010 den Corine-Ehrenpreis vom Bayerischen Ministerpräsidenten erhielt für sein Lebenswerk. Da habe er gezuckt, erklärte Rosendorfer in Weißenfels. Bei seiner Dankesrede habe er dann gefragt, ob er noch weiter schreiben darf. Genauso ist der Humor des Schriftstellers Herbert Rosendorfers zu verstehen. Ein gutes Stück Satire gehört zu ihm, der 1993 bis 1997 Richter am Oberlandesgericht in Naumburg war.
"Meine Bücher sind nicht autografisch", sagt er, auch wenn es beim Ich-Erzähler fast so klingt. Dieser ist ein deutsche Maler namens Felix Mahr, der seit 24 Jahren auf der italienischen Insel Zompara lebt. Von dem Schriftsteller Heribet Caesar, der regelmäßig - immer mit einer anderen Frau - auf die Insel kommt, lässt er sich überreden, einen Roman über den Aufstieg und Niedergang der Insel zu schreiben. Dazu gehört die Ansiedlung eines undurchsichtigen armenischen Milliardärs, der einen vorübergehenden Tourismusboom auslöste und seinen vier gescheiterten Ehen. Die Sprachspielereien lassen Zuhörer schon beim Vorlesen grinsen. Auch wenn der frühere Richter beim Vorlesen nicht lächelt, sondern streng bleibt, auf Humor, Komik und Satire können sich die Leser seines Buchs freuen. Vor allem jene, die ihr Exemplar mitgebracht oder eines der letzten bei der Seumebuchhandlung gekauft und nach der Lesung von Rosendorfer haben signieren lassen. Dafür nimmt er sich Zeit.
MZ vom 18.01.2011

2010
Moritz Götze in der Stadt
Ein Altar steht jetzt im Kunst- und Kulturprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Neustadt. Es ist der Sachsen-Anhalt-Reliquien-Flügelaltar, den der halleschen Maler und Grafiker Moritz Götze mitgebracht hat. "Ich bin gefragt worden, ob ich in Weißenfels ausstellen will", sagt der internationale bekannte und deutschlandweit ausstellende Künstler. "Ich habe ja gesagt", fügt er locker, wie er nun mal ist, hinzu. Er kenne Weißenfels, sei während seiner Ausbildung mit dem Zug von Halle nach Naumburg gefahren, kenne die Saalestadt, mag sie. Deshalb hat er eigens für diese Ausstellung in der Brand-Sanierung ein Weißenfels-Bild geschaffen. Eins mit ihm selbst drauf, mit Schloss Neu-Augustusburg, der Saale und einem markanten Mops mit der Zipfelmütze . . . Das steht genau gegenüber dem Reliquien-Altar, den er 1998 für die Landes-Kunst-Ausstellung "Frohe Zukunft" in der Moritzburg in Halle geschaffen hat und der auf die Einladungskarte gedruckt ist.
"Der Maler und das Land haben sich gefunden", beschreibt Rüdiger Giebler, hallescher Maler und Grafiker und Freund, bei der Einführung, spricht von Historienbildern, die Götze anfertigt. In jedem Bild laufe ein Film ab, Götze sehe er als "Neo-Pop-Historienmaler". Ein geschichtserzählender Bilderbogen ist bis 26. September in vier Ausstellungsräumen in der Weißenfelser Neustadt zu sehen ist.
Im Kunst- und Kulturprojekt Brand-Sanierung wird seit zehn Jahren Kunst von Christina Simon gemacht und ausgestellt, vor einem Jahr ist ein Verein gegründet worden. Das Haus in der Novalis- straße 13, das in der Gründerzeit die Villa der ehemaligen Schuhfabrik Straumer war, ist nicht abgerissen worden. Es werde vom Hauseigentümer WVW saniert, weil dessen Geschäftsführer Steudtner an das Kunstprojekt glaubt, bedankt sich die Vereinsvorsitzende Christina Simon. Man wolle zeitgenössische Kunst fördern und die Kunsttradition des 20. Jahrhunderts pflegen und bewahren sowie in der Region entstandene Kunst über die Grenzen hinaus bekannt machen. Das gelinge immer mehr, meint Simon. Auch mit Götzes erster Ausstellung "Expedition" in diesen neuen Räumen.
Zur Ausstellungseröffnung ist der Maler von Halle mit dem Fahrrad angereist. Sachsen-Anhalts Regierungssprecherin Monika Zimmermann begrüßt ihn und stellt ihn vor - mit gutem Grund: In jedem Zimmer ihrer Wohnung, von Bad bis Küche und Schlafzimmer und auch im Büro hängen Bilder von Moritz Götze. Sie bestätigt die Worte von Christina Simon "Götze muss man lieben". 50 Gäste begeben sich bereits am ersten Tag auf "Expedition" nach Götzes Art. Und weil er die sanierten Räume nun kennt, darf damit gerechnet werden, dass er wiederkommt.
MZ vom 23.08.2010


Erfurter Ateliergemeinschaft kehrt in Weißenfels ein
. "Es ist ein schönes Bild, wenn das Haus voll ist," freut sich Christina Simon, die Vorsitzende des Vereins Brand-Sanierung. Mehr als 50 Gäste sind am Sonntagnachmittag zur Ausstellungseröffnung in die Novalisstraße 13 gekommen. Simon bezeichnet sie als Menschen, "die immer kommen und nicht nur Interesse an der Kunst, sondern auch an der Entwicklung des Hauses zeigen". Besonders auf die Thüringer Gäste, vornehmlich aus Erfurt, freut sie sich, weil sie eine Ausstellung der Erfurter Ateliergemeinschaft eröffnet. Zum ersten Mal gehörte am Sonntag auch der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) dazu.
Frisch renoviert sind die Ausstellungsräume in der ersten Etage des Kunstprojektes Brand-Sanierung. Dafür hat als Eigentümer die Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels (WVW) gesorgt. Dankbar ist nicht nur Christina Simon, sondern es sind auch die Gäste. "Es braucht aber noch Zeit, bis die Sanierung des ganzen Hauses abgeschlossen ist", erklärt der WVW-Geschäftsführer Bernd Steudtner. Damit sich in der Weißenfelser Neustadt eine Kunst-Szene entwickeln kann, helfe er gern.
Finanziert wird die Ausstellung aber auch durch die Kultur- und Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse des Burgenlandkreises. Der Gerstäcker-Verlag, mit dem Christina Simon zusammenarbeitet, hat das Galeriesystem für die erste Etage gesponsert.
Die Vereinsvorsitzende erinnert an die Ausstellung, mit der 2007 Rudolf Franke geehrt wurde. Der habe sich 1963 mit einer Gruppe von Künstlern zur Erfurter Ateliergemeinschaft zusammengefunden, um sich das Recht auf Selbstbestimmung und künstlerische Freiheit, was zu DDR-Zeiten nicht selbstverständlich war, zu bewahren. Viele Erfurter seien schon damals nach Weißenfels gekommen. Der Kontakt sei nicht abgebrochen. Befreundet mit Frankes Frau Ilse ist Christina Simon schon länger. Aus dem regelmäßigen Briefwechsel wurde die Idee, eine Auswahl von Grafiken aus den verschiedenen Jahresmappen der Erfurter Ateliergemeinschaft, die es 1963 bis 1974 gab, in Weißenfels zu zeigen. In Cornelia Nowak vom Angermuseum Erfurt fand sie eine Partnerin, die die Gäste über die Geschichte der Ateliergemeinschaft informiert. Gerade 20 Jahre nach der Wende wird ein Stückchen DDR-Kunst-Geschichte nachempfunden. "Dank der Wiedervereinigung können wir heute frei und unabhängig mit Kunst umgehen", sagt Christina Simon zur Ausstellungseröffnung. Während sich die Gäste die Grafiken anschauen, begleitet sie Gianluca Calica, Schüler der Landschule Pforta, musikalisch auf der Gitarre. Viele Besucher - auch solche aus Berlin und Hannover - nehmen sich das Jahresheft "Brand-Sanierung 8" mit nach Hause.
MZ vom 01.06.2010

Starke Frauen begegnen sich auf und vor den Bildern
Weißenfelser Unternehmerinnen treffen auf die Künstlerin Christina Simon
Mehr als 30 Frauen seien im September 1996 im Weißenfelser Brauhaus dabei gewesen, als der Unternehmerinnenstammtisch in Weißenfels gegründet wurde, sagte Christina Hüttig. Die Geschäftsfrauen, die meisten aus dem Mittelstand, wollten sich kennenlernen, Kontakte knüpfen, bei Vorträgen Erfahrungen sammeln, damit die Existenzgründung auch erfolgreich läuft. "Seit einem Jahr hat sich wieder ein fester Stamm gefunden", sagte sie. Zehn bis 15 Frauen treffen sich einmal im Monat. Ihr Interesse gilt auch der Kunst in der Saalestadt.
Am Mittwochabend besuchten 14 Frauen das Kunst- und Kulturprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Neustadt. Die Künstlerin und seit einem Jahr Vereinsvorsitzende der Brand-Sanierung Christina Simon erzählte ihnen, wie das Wohnhaus zum Kunsthaus und Treffpunkt Kulturinteressierter wurde. Sie lud die Frauen in ihr Atelier ein, das sie vor neun Jahren unter ihrer Wohnung einrichtete. Dann habe sie über acht Jahre privat einen Kunst- und Kulturkreis aufgebaut. Kunst sei kein "Brotberuf", sagte sie den Unternehmerinnen. Ihr Geld verdiene sie als Lehrerin am Goethegymnasiums. Sie berichtete von den Projekten und vom laufenden Umbau des Hauses , die in der Vergangenheit immer mehr Interesse geweckt hätten. Dann führte sie die Gäste zur eigenen Ausstellung "Gott grüße Euch, Frau Minne", Linolschnitte zum Werk von Mechthild von Magdeburg. "Mechthild war eine starke Frau im 13. Jahrhundert", meinte Christina Simon. Die Bilder anzuschauen und von ihrem Leben zu erfahren, sah sie auch für die starken Frauen von heute, zu denen sie die Unternehmerinnen zählt, als nützlich. Zwei von ihnen erkannte sie sofort wieder, weil sie bereits Veranstaltungen in der Brand-Sanierung besucht hatten. "Hier haben sie die Möglichkeit, Originale zu sehen", erklärte die Künstlerin. Das sei anders, als gefilmte Ausstellungsbesuche im Fernsehen anzuschauen oder Kataloge durchzublättern.
Das Interesse der meisten Frauen ist geweckt worden, sie wollen wieder kommen. "Ein solches künstlerisches Kleinod hat die Neustadt verdient", sagte die Gleichstellungsbeauftragte Christina Hüttig, die gemeinsam mit Silvia Bannert von der Bannert und Franke EDV-Systemhaus GbR den Unternehmerinnenstammtisch organisiert. Vor zwei Monaten hatten die Frauen die Stadtwerke Weißenfels besucht und sich aufklären lassen, wie die Geschäfte dort laufen. Im Sommer soll der Unternehmerinnenstammtisch nach Kornwestheim verlegt werden, plante Hüttig voraus. "Die Städtepartnerschaft mit Weißenfels besteht seit 20 Jahren", sagte sie.
Gemeinsam mit Silvia Bannert will Christina Hüttig am Montag am Zeitzer Unternehmerinnenstammtisch teilnehmen. "Vielleicht ergibt sich aus Gesprächen dort auch mal ein Thema, für das uns die Zeitzer eine Referentin empfehlen können", dachte sie voraus. Über den Kunstgenuss in der Brand-Sanierung wolle sie den Zeitzern auch berichten und weitertragen, was Christina Simon ihnen mitgegeben habe
MZ vom 19.02.2010


Mechthilds fließendes Licht ist zum Abschluss zu hören
Zum Ausstellungsende stellt Thomas Zieler sein Hörbuch vor - Texte der Mystikerin vorgelesen
Genau ein Jahr ist es her, dass sich in Weißenfels der Verein Brand-Sanierung gegründet hat, erinnerte die Vereinsvorsitzende Christina Simon am Freitagabend die mehr als 40 Besucher der Finissage ihrer Ausstellung "Gott grüße Euch, Frau Minne!". Seit dem hat sich im Gebäude eine Menge verändert. Der Baufortschritt im Kunstprojekt in der Novalisstraße 13 sei nicht zu übersehen, wurde in der Jahresversammlung gewürdigt. Nun klatschten die Besucher Beifall für die Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH (WVW). Die saniert das Haus in der Weißenfelser Neustadt. Auch wenn dort noch Baustelle ist, fließt bei jedem Besuch mehr Licht ins Haus. "Es ist ein schöner Erfolg, wie das Haus heute hier aussieht," freute sich Christina Simon. Schließlich sei das auch Voraussetzung gewesen, im Winter ihre Linolschnitte zum Werk von Mechthild von Magdeburg auszustellen.
Die Ausstellung ist am Freitag beendet worden, mit einer Finissage zumindest für die Brand-Sanierung ungewöhnlichen Art. "Mechthild von Magdeburg: Im fließenden Licht" heißt eine Hörbuchproduktion des "zielophon"-Verlages, die erschienen ist. Mechthild von Magdeburg (1207-1282) war eine Mystikerin, Begine und Dichterin. "Sie verdichtete ihre intensive Gottesbeziehung sprachschöpferisch zu Minneliedern, deren Schönheit uns noch heute berührt", begründete Verleger Thomas Zieler, warum er das Hörbuch produziert hatte. Das erzählt das Leben Mechthilds aus ihrer Sicht und der von Zeitgenossen. Diesen Part übernahm bei der Finissage der Verleger. Verbunden wurden die Texte von Mechthild mit Liedern der Mystikerin Hildegard von Bingen. Gesprochen werden sollten sie von den Schauspielern An Kuohn und Thomas Tucht. Weil Kuohn krank geworden ist, war Susanne Heubaum eingesprungen
Doch die CD hat noch eine Besonderheit aufzuweisen. Sie ziert als Deckblatt eines der Linolschnitte von Christina Simon, das sie "Im fließenden Licht" nannte. Mechthilds 800. Geburtstag haben die Minne-Lyrik zweifellos wieder ins Gespräch gebracht. Die Übersetzung von Christina Simon, ihre Art, das Mystische in Linolschnitte umzuwandeln, hat dabei einen Beitrag geleistet. In ihrer Heimatstadt für sieben Wochen die Bilder zu zeigen, wurde darüber hinaus angenommen. So hatten auch wieder einmal Schulklassen die Möglichkeit, sich mit dem Thema Kunst und Religion zu befassen.
Außerordentlich aufmerksam verfolgten die Gäste den Vortrag, griffen danach auch zu anderen "zielophon"-Hörbüchern, die Zieler mitgebracht hatte. Bei Christina Simon hingegen landete die Frage zur nächsten Veranstaltung im Kunsthaus der Weißenfelser Neustadt. Im Mai ist die nächste geplant. Die Erfurter Ateliergemeinschaft 1963-1974 zeigt dann "Kunst im Gegenwind". Bis dahin gibt es eine weitere Rekonstruktions- und Bauphase, die das Weißenfelser Kunst- und Wohnhaus weiter attraktiver machen werden.
MZ vom 25.01.2010


2009
Diplomarbeit fordert zur Diskussion über die Stadtentwicklung heraus.
Visionen für die grüne Saalestadt
Ob aus den Brachflächen in der Weißenfelser Innenstadt mal Kräutergärten werden, ist noch unklar. Mehr Blumen sollen dort aber durchaus und schnell wachsen. Denn die Architekturstudenten der Universität der Künste in Berlin Moritz Ahlert und Robert-Christian Friebe haben in ihrer Diplomarbeit nicht nur Visionen für die Stadtentwicklung erarbeitet. Seit gestern sind sie in der Ausstellung "WSF 2050 - Stadtvision Weißenfels" in der Burgstraße 1 zu sehen. Dort haben sie für die Besucher einen Branchenmix aus Blumensamen zusammengestellt, den jene sich in handlicher Portion mitnehmen und in der Stadt verstreuen sollen.
Ob es Neugier oder Zufall war, dass Ahlert und Friebe im Sommer 2007 in Christina Simons Atelier im Kultur- und Kunstprojekt Brand-Sanierung weilten, weiß die Weißenfelser Künstlerin heute nicht mehr. Doch das Interesse der Studenten, die Potenziale der Saalestadt trotz hoher Arbeitslosigkeit, des Leerstandes von Häusern in der schrumpfenden Stadt unter die Lupe zu nehmen und Ideen zu entwickeln, passte genau dorthin. Schließlich gehöre die Brand-Sanierung in der Gründerzeitvilla einer alten Maschinenfabrik, die als Industriebrache an das Haus grenzt, zu einem festen Baustein der Kulturlandschaft der Stadt, sagt Christina Simon. Sie entwickle sich wegen des Engagements des mittlerweile gegründeten Vereins und der Initiative der Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH (WVW).
Weil dort im Kunstprojekt in der Novalisstraße 13 gerade Bauarbeiten laufen, wurde für die visionäre Ausstellung von WVW-Chef Bernd Steudtner mitten im Stadtzentrum das Haus in der Burgstraße 1 zur Verfügung gestellt.
Das Haus steht leer, war von 1994 bis 2001 Eisdiele, gehört seit 2007 zur WVW und wartet auf seine Sanierung, sagt Steudtner zur Ausstellungseröffnung, zu der auch viele Weißenfelser Stadträte gekommen sind.
Die Ideen beider Architekten, deren Diplomarbeit mit dem Prädikat "sehr gut" bewertet wurde, weiß auch die Weißenfelser Stadtarchitektin Diana Wagner zu schätzen. Bis 2050 Visionen für die Stadt zu entwickeln, gehöre nicht zu ihrer Aufgabe. Sie dürfe nur bis zum Jahr 2020 planen. Doch auch dabei habe sie an den Bevölkerungsschwund von 39 000 auf 30 000 Einwohner in der Stadt zu denken. Die Stadtentwicklung stelle schließlich neue Herausforderungen. Man dürfe nicht nur an die ältere Generation denken, sondern auch daran, die Innenstädte für junge Menschen interessant zu machen. "Mit der Ausstellung soll eine Diskussionsprozess angeschoben werden", sagt sie . "Denn das ist ein verdammt unbequemes Thema."
MZ vom 15.09.2009




Rückkehr an die Saale ist gelungen
Finissage: Ausstellung von Rudolf Brückner-Fuhlrott in Weißenfels ist beendet
Die Brückner-Fuhlrott-Ausstellung im Kunstprojekt Brand-Sanierung ist zu Ende. "Es war eine erfolgreiche Ausstellung," sagt die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Brand-Sanierung, Christina Simon. Nicht nur, weil anfangs mehrere Schulklassen dessen Kunstwerke sehen wollten. "Viele Weißenfelser und Menschen aus der Region - manche zum ersten Mal - haben den Weg hierher gefunden, weil sie Rudolf Brückner-Fuhlrott (1908-1984) kannten, als er noch in Weißenfels zu Hause war", meint sie.
Beinahe täglich habe sie Gäste durch die Ausstellung geführt. "Sie identifizieren sich mit den Kunstwerken aus der Region, weil sie zu ihrer eigenen Lebensgeschichte gehört", fasst sie die Gespräche mit den Gästen zusammen. Immerhin habe Brückner-Fuhlrott Kirchen in elf Städten mitgestaltet. Was von ihm in welcher Kirche zu sehen ist, erfuhren die Gäste bei der Ausstellung auch aus der Lesematte. Des Künstlers Tochter Elke Maes hatte die Daten, auch eine Biografie des Vaters, als Kuratorin zusammengestellt. Weil bei der Ausstellungseröffnung vom damaligen stellvertretenden Weißenfelser Stadtratsvorsitzenden Klaus Heunisch gewünscht, hatte Elke Maes eine solche Mappe auch dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. Dort können etliche Interessenten sich jetzt Informationen über das Leben des Künstlers und Sohnes der Stadt holen und dann beispielsweise seine sakrale Kunst durch die Gotteshäuser der Region verfolgen.
Mit der Ausstellung ist Rudolf Brückner-Fuhlrott in seine einstige Heimatstadt zurückgekehrt. Das haben auch rund 50 Gäste bei der Finissage am Sonnabend gemerkt. Zu der hatte Christina Simon Harald Schwillus, Professor für Religionspädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, eingeladen und ihn gebeten, einen Vortrag zum Thema "Und wenn dein Sohn dich morgen fragt" zu halten.
Das Zitat hat biblischen Bezug und verweist auf den Exodus, den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, der als Befreiung dieses Volkes galt. Zum Ritus des jüdischen Passa-Festes gehört es, dass das jüngstes Kind der Familie vier Fragen stellt, erklärt sie. Die Bedeutung des Fragens im Zusammenhang mit der Selbstbestimmung des Menschen und mit dem persönlichen Exodus, der inneren Freiheit, stellte er in den Mittelpunkt. In Bezug auf die Ausstellung wurde klar gemacht, dass Rudolf Brückner-Fuhlrott selbst immer suchend war und als Künstler um innere Freiheit gerungen hatte. Über Menschen, die nach Freiheit ringen, darüber sprechen, passe aber auch zu einem aktuellen Jubiläum: 20 Jahre Mauerfall.
Außerdem sieht der Verein Brand-Sanierung es als seine künstlerischen Aufgabe mit den möglichen Ausdrucksformen Wort, Bild und Musik, im öffentlichen Raum Fragen zu stellen, die auch jeder andere Mensch hat. Dazu gehören für Christina Simon religiöse Fragen, mit denen sich auch Menschen auseinander setzen, die nicht religiös sind und deshalb Kirchen nicht besuchen. Brückner-Fuhlrott soll seine Heimatstadt nun nicht wieder ganz verlassen. Doch nicht nur im Stadtarchiv soll seine Lesemappe bleiben. "Die Stadt Weißenfels fühlt sich seinem kulturellen Erbe verpflichtet. Wir denken darüber nach, vielleicht 2011 ein Kunstwerk von ihm erwerben," spricht Hauptamtsleiter Sven Hantscher und hofft auf Unterstützung. Er könne sich aber auch eine Ausstellung von Elke Maes in Weißenfels vorstellen, die in die Fußstapfen des Vaters getreten ist.
MZ vom 14.07.2009


Erinnerung an den Weißenfelser Künstler Rudolf Brückner-Fuhlrott im Kunstprojekt Brand-Sanierung.
Sakraler Künstler kehrt in Saalestadt zurück
Jugendfreunde trifft die Berlinerin Elke Maes in Weißenfels wieder. Im Kunstprojekt Brand-Sanierung in der Novalisstraße 13 eröffnet sie die Ausstellung "Auf Dein Wort hin. . .". Diese zeigt Kunstwerke aus 60 Jahren von Rudolf Brückner-Fuhlrott (1908 bis 1984). Elke Maes, seine Tochter, selbst Malerin, hat das Konzept für die Ausstellung erarbeitet. Sie freut sich, dass die Werke ihres Vaters, der in Weißenfels geboren und Jahrzehnte lang gearbeitet hat, jetzt hier gezeigt werden. Sie macht mit Leidenschaft auf das Erbe ihres Vaters aufmerksam, freut sich darüber, die Bilder gerade an diesem Ort zu zeigen, wo Ausstellungen nach sieben Jahren Privatinitiative von Christina Simon jetzt durch den im Januar gegründeten Verein Brand-Sanierung organisiert werden.
Mit sakraler Kunst hat Brückner-Fuhlrott in Weißenfels und Umgebung, aber noch viel mehr in Thüringen zur Gestaltung von Kirchen beigetragen. Hans Reinhard Koch, Weihbischof von Erfurt, berichtet über die Auftragskunst der Kirche zu DDR-Zeiten und freut sich darüber, jetzt in Weißenfels Kunstwerke zu sehen, die er noch nicht kennt. "Wir wollen die Lesemappen ins Stadtarchiv übernehmen."
Klaus Heunisch Stellv. Stadtratsvorsitzender
Weil das künstlerische Schaffen Brückner-Fuhlrotts über 60 Jahre nachgezeichnet werden soll, hat Elke Maes Porträtmalerei, Aktzeichnungen und Landschaftsmalerei sowie "Entwürfe Modelle Grafiken", einen Zyklus von 14 Blättern in einer Mappe, dafür ausgewählt. Zudem hat sie Lesemappen erarbeitet, die Besucher durchblättern können. Darin wird nicht nur Rudolf Brückner-Fuhlrotts Lebensgeschichte nachgezeichnet. Es ist auch aufgelistet, in welchen Kirchen seine Werke zu finden sind. "Es ist der Wunsch des Stadtrates, diesen Teil der Weißenfelser Kunstgeschichte wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken", sagt Klaus Heunisch, stellvertretender Stadtratsvorsitzender, und meint damit die sakrale Kunst wie auch die weltlichen Dinge aus jener Zeit, die hier nahezu unbekannt sind. "Wir wollen die Lesemappen ins Stadtarchiv übernehmen", sagt Heunisch. Über 490 Besucher sind schon zur Ausstellungseröffnung gekommen. Ein großer Teil des Nachlasses Brückner-Fuhlrotts wird heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg verwaltet. Dafür hat die dortige frühere Leiterin des Archivs für Kunst, Irmtraud von Andrian-Werburg, gesorgt, die auch nach Weißenfels gekommen ist. Christina Simon lädt auch wieder Schülergruppen in die Ausstellung ein. Am Sonnabend, 11. Juli, 19 Uhr, gibt es zudem einen Vortrag von Harald Schwillus von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema "Und wenn dein Sohn dich morgen fragt!".
MZ vom 16.06.2009


Vision wird mit Ausstellung Realität Gabi Weiss zeigt ihren 14-teiligen Kreuzweg
Bilder sind in der Kirche Markröhlitz zu sehen
Von einem denkwürdigen Tag spricht Birgit Hofmann während der Ausstellungseröffnung in der Kirche Markröhlitz. Einig ist sich die Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung des Bauwerkes mit Martina Meißner, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und nun sagt: "Unsere Vision und unser Traumbild aus dem Jahre 2000, als wir angefangen haben, ist Wirklichkeit geworden."
Damals hatten sich zunächst 25 Mitglieder und später viele weitere Helfer auf die Fahne geschrieben, das baufällige Gotteshaus wieder herzurichten. Seit dem Vorjahr gab es bereits Taufen, Trauerfeiern und eine diamantene Hochzeit. Nun wird der 14-teilige Kreuzweg von Gabi Weiss gezeigt und Konzerte sollen folgen.
Die 49-jährige Künstlerin ist von Christina Simon nach Markröhlitz geholt worden, die aus dem Ort stammt und in Weißenfels das Projekt Brand-Sanierung initiiert hat. Bereits seit dem Tag zuvor zeigt die Frau aus Baden-Württemberg ihren Zyklus in der halleschen Moritzkirche. In Markröhlitz wird er im Rahmen einer Andacht vorgestellt. Diese gestalten Schüler des katholischen und evangelischen Religionskurses der Klassen 11 des Goethegymnasiums der Saalestadt. Während von der Kanzel Bibeltexte verlesen werden, sind vor dem Altar Meditationen zu hören und sollen Impulse bis ins Heute wirken.
Während ihrer Einführung macht Christina Simon darauf aufmerksam, dass Gabi Weiss vom traditionellen Zyklus abweicht. Sie behalte die Zahl 14 bei, lasse jedoch die verschiedenen Kreuzweg-Stationen teilweise zusammenfließen. So bleiben am Ende vier Bilder, die das aktive Christ-Sein ansprechen sollen und in ihrer hellen Farbgebung von den Tönen in dunklem Blau abweichen, mit denen der Leidensweg von Jesus dargestellt ist. Fenster in den Arbeiten zeigen die Sicht Gottes darauf, wie Menschen - ob in Hass oder Mitgefühl - Jesus begegnet sind.
Die Künstlerin sieht ihre Aufgabe darin, etwas von den Erkenntnissen, die sie gewinnen konnte, zu vermitteln. "Es sind die Fragen, die der Mensch hat, die Fragen nach dem Sinn des Lebens. Habe ich eine Antwort gefunden, möchte ich sie auch anderen zuteil werden lassen." Gabi Weiss sagt, dass schon ihr Vater gern gezeichnet hat. Sie habe begonnen, zuerst die Gräser auf der Wiese darzustellen, später seien neben den Naturarbeiten christliche Motive dazugekommen, als sie begann, sich verstärkt mit der Religion auseinanderzusetzen.
Christina Simon hat Gabi Weiss in der Glasmalerei Peters in Paderborn kennengelernt. Natürlich sei diese vom Studium bei Professor Ludwig Schaffrath an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart geprägt worden, bevor sie verstärkt ihre eigene Richtung verfolgt habe. Ihre Glasmalereien sind zum Beispiel in der katholischen St.-Marien-Kirche in Lüneburg, im Bischofshaus Oslo / Norwegen, am Eingangsportal des Helsinkier Doms in Finnland und einem Kinderkrankenhaus in Kabul / Afghanistan zu sehen. Ausgestellt hat sie außerdem bereits in Osaka / Japan. Nachdem sie mal zwei Bilder im Hygienemuseum Dresden zeigen konnte, präsentiert sich Gabi Weiss nun erstmals wieder im Osten Deutschlands.
MZ vom 05.04.2009


Etabliertes Weißenfelser Kulturprojekt ist auf dem Weg zur Stiftung.
Ein Verein organisiert Kunst in der Brand-Sanierung
VON KARIN GROSSMANN WEISSENFELS /MZ
Im Kultur- und Kunstprojekt Brand-Sanierung ist der Verein Brand-Sanierung gegründet worden. "Mit der Idee haben wir uns schon länger getragen", sagt Christina Simon, die Initiatorin des Kunstprojektes, die in der Gründungsversammlung auch zur ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Mit Ausstellungen und literarischen Veranstaltungen hat sich das Haus in der Novalisstraße 13 in den letzten Jahren einen Namen gemacht. "Der Verein ist ein Brückenglied für eine Stiftung", blickt sie schon weiter in die Zukunft. Es wurden Gründungsmitglieder gefunden, die die Verantwortung für das mittlerweile etablierte Kunstprojekt auf mehrere Schultern verteilen wollen. Es sei Zeit gewesen, eine juristische Form zu wählen, mit der es auch möglich ist, Fördermittel zu beantragen.
Die würden gebraucht, um den Zweck zu erfüllen. Den sieht der Verein laut seiner Satzung in der Präsentation von zeitgenössischer Kunst auf der Basis landes- und europaweiter Beziehungen, um das kulturelle Leben in der Region über die Grenzen hinaus bekanntzumachen und den Menschen fremde regionale Besonderheiten in Kunst und Kultur vorzustellen. Es geht um Ausstellungen von Werken bildender Kunst verbunden mit Lesungen, musikalischen Darbietungen, aber auch wissenschaftlichen Vorträgen und kulturpolitischen Diskussionen, für die der Verein weiter sorgen will. Der Verein sieht sich aber auch der kunstpädagogischen Arbeit verpflichtet, denkt an Lehrerfortbildung und schülerbezogene Projekte.
Christina Simon ist dabei froh über die die Struktur der Gründungsmitglieder des Vereins. "Deren Profession und soziale Herkunft ist unterschiedlich", sagt sie. Sie hätten den Auftrag im Sinne des Vereinszwecks mit Engagement angenommen. "Sie wissen um die Bedeutung und um die Aufgabe, die Kunst und Kultur in einer Region leisten können", meint sie. So sitzen Künstler oder solche, die dem Gestalterischen und Poetischen von Berufs wegen zugeneigt sind, neben Ingenieuren, Juristen, Kaufmännern und Lehrern. Zweiter Vorstandsvorsitzender ist der Geschäftsführer der Wohnungsbau Wohnungsverwaltung GmbH (WVW), Bernd Steudtner. Gründungsmitglieder sind aber auch der Zeitzer Literaturwissenschaftler Roland Rittig, Bettina Schulze -wie Christina Simon Lehrerin am Goethegymnasium Weißenfels -, Jörg Riemer, der an der Christophorusschule Droyßig unterrichtet, zudem Günther Bareis, Geschäftsführer der Stadtwerke Weißenfels, sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Maik Reichel und der CDU-Landtagsabgeordnete Harry Lienau und Friedrich Bez, der Aufsichtsratsvorsitzende der Volks-und Raiffeisenbank.
Brand-Sanierung will Kunstgespräche pflegen und kunstpädagogische Arbeit leisten. Das bezieht die Vereinsvorsitzende auf Lehrerfortbildung und schülerbezogene Themen, die in den letzten Jahren immer besser angenommen wurden. Außerdem will der Verein Publikationen und Dokumentationen zu aktuellen und kulturellen Themen herausgeben
Da im Haus Novalisstraße 13 in den nächsten Monaten die nächsten Bauarbeiten anstehen, wird dort die nächste Ausstellung im Juni beginnen. "Auf Dein Wort hin" rückt die 60-jährige künstlerische Arbeit des Weißenfelsers Rudolf Brückner-Fuhlrott (1908-1984) ins Blickfeld, der sich mit sakraler Kunst einen Namen gemacht hat. In seiner Heimatstadt hat er Werke für die Sankt-Elisabeth-Kirche geschaffen.

MZ vom 26.02.2009

2008
AUSSTELLUNG Kunst-Projekt Brand-Sanierung und Stadtbibliothek erinnern an Johannes R. Becher.
Gedichten folgen Grafiken
Im Kunstprojekt Brand-Sanierung in der Novalisstraße 13 in Weißenfels steht in der nächsten Woche die nächste Vernissage an. Christina Simon eröffnet dort am Mittwochabend die Ausstellung "In Licht und Finsternis". Aus Anlass des 50. Todestages von Johannes R. Becher zeigt sie Grafiken, die im Auftrag des Kulturbundes der DDR zu dessen Gedichten entstanden sind. Sie stammen von Uwe Pfeifer, Otto Möhwald und Fotis Zaprasis. In die Ausstellung wird der Zeitzer Ronald Rittig einführen.
"Der 50. Todestag ist eine Gelegenheit, um an den Schriftsteller zu erinnern."
Angela Kabisch Bibliothekarin
Christina Simon hat sich für dieses Projekt, das auch ins Programm des Literaturherbstes an Saale, Unstrut und Elster aufgenommen wurde, einen Partner ins Boot geholt: die Stadtbibliothek Weißenfels.
"Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen, jetzt zum ersten Mal mit Christina Simon", sagt Angela Kabisch, Leiterin der Stadtbibliothek. Kunstwerke, die in den Ausstellungsräumen der Brand-Sanierung gezeigt werden, literarisch zu verbinden, halte sie für eine interessante Sache.
Die Stadtbibliothekarin hat für die Ausstellungseröffnung die freischaffende Pädagogin, Konzertgitarristin, Sängerin und Schauspielerin Ursula Kurze eingeladen. "Sie hat Gedichte von Johannes R. Becher vertont", weiß Angela Kabisch, einige extra für den Auftritt in Weißenfels. Die 1963 in Cottbus geborene Musikerin habe sich mit ihren Interpretationen einen Namen gemacht.
Ursula Kurze hat ihre Rezitationen und Interpretationen für die Weißenfelser Vernissage mit "Der Dichter meidet strahlende Akkorde. . ." überschrieben. Sie will damit auch einen Einblick in das Leben Bechers geben. In der Bibliothek seien dessen Gedichte heute nicht mehr so gefragt. "Der 50. Todestag ist eine Gelegenheit, um an den Schriftsteller zu erinnern", meint die Angela Kabisch.
Das sieht auch Roland Rittig so. Der Herausgeber der grafischen Werke zu Bechers Werken wird in einem Schülerprojekt mit Weißenfelser Gymnasiasten in der Ausstellung über die Grafiken sprechen und dazu Gedichte von Johannes R. Becher vorlesen. Am Mittwoch, dem 22. Oktober, will er sich 18 Uhr mit Schülern im Kunstprojekt Brand-Sanierung treffen.
MZ vom 02.10.2008

Kunstprojekt Brand-Sanierung: Christina Simon bereitet neue Jubiläumsausstellung vor Mechthild folgt der Elisabeth
In Christina Simons Atelier im Kunstprojekt Brandsanierung liegen jede Menge Bilder auf dem Boden. Gut geordnet und allesamt Mechthild von Magdeburg gewidmet. Seit ungefähr einem Jahr arbeitet sie an den Linolschnitten, mit denen sie jener Frau, deren Geburtsjahr sich zum 800. Mal jährte, eine Ausstellung widmen will. VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GRO ß MANN Weißenfels/MZ. "Mechthild von Magdeburg - auf den Wellen des Geistes", das ist der einzige Linolschnitt, dem sie bereits einen Titel gab. Jenes Bild zeigt Christina Simon, die Weißenfelser Künstlerin, ab 22. April im Kulturhistorischen Museum in der Landeshauptstadt Magdeburg. Gemeinsam mit dem Katholischen Bistum Magdeburg zeigt das Museum bis zum 6. Juli aus Anlass des 800. Geburtstages der Mystikerin Mechthild von Magdeburg die Ausstellung "Minne Mut Mystik".
"An der Ausstellungskonzeption arbeite ich noch." Christina Simon Künstlerin
Darin soll erstmals einer breiten Öffentlichkeit die original Abschrift von Mechthild von Magdeburgs Buch "Das fließende Licht der Gottheit" gezeigt werden. Im letzten Teil sollen zeitgenössische Arbeiten zu sehen sein. Frau Simons Leihgabe wird eine davon.
Für ihre eigene Mechthild-Ausstellung sei sie noch am Experimentieren, vor allem bei den Farben, sagt Frau Simon. Welches Motiv sie dann auswählen oder ob sie manchen Schnitt auch mal in verschieden farbigen Drucken nebeneinander hängen wird, ist noch nicht klar. "An der Ausstellungskonzeption arbeite ich noch", sagt sie. Sie wisse auch noch nicht, wie viele Motive sie zeigen werde. Ihr schwirren noch einige im Kopf herum. Doch es sei noch Zeit. Schließlich werde sie ihre Bilder erst im Juli zeigen - zunächst in Sankt Sebastian Magdeburg, dann in Halle und dann wohl noch im Kloster Helfta.
Warum die Weißenfelser Lehrerin und Künstlerin sich Mechthild von Magdeburg widmete, hängt mit Elisabeth von Thüringen zusammen. Ihre Wanderausstellung im vergangenen Jahr erregte Aufsehen. "Ich bin vom Bistum Magdeburg gefragt worden, ob ich mich nun im Mechthild-Jahr nicht ihr widmen will", nennt sie den Grund. Das liegt eine gutes Jahr zurück. Sicher, Mechthild von Magdeburg war ihr längst ein Begriff. Doch mittlerweile habe sie viel über diese Frau gelesen, sich mit deren Leben und der von ihr überlieferten Literatur befasst. Zwar sei Mechthild nicht wie Elisabeth von Thüringen heilig gesprochen worden, doch ihr soziales Engagement habe auch heute noch den Menschen etwas zu sagen. Frau Simon will es auf ihre Weise vermitteln. Dabei wird die Weißenfelser Künstlerin wie bei der Elisabeth-Ausstellung wieder vom Kunsthistoriker Dr. Falko Bornschein unterstützt. Der hat sie bereits in ihrem Atelier besucht, um das Faltblatt zu erarbeiten. Die Kunstwissenschaftlerin Ulrike Meier wird zur Einführung in die Ausstellung wieder einen Vortrag für die interessierten Gäste halten. "Die Zusammenarbeit mit Bornschein und Frau Meier hat sich bereits bei der Elisabeth-Ausstellung bewährt", sagt Frau Simon.
MZ vom 15.04.2008

Irene-Buchanan-Ausstellung in Weißenfels 05.06.2008
Die Lilie auf dem Lieblingsbild
"Jetzt zeige ich euch das Bild, dass ich mir kaufen würde, wenn ich das Geld dafür übrig hätte", sagt Martina Baumgart. Die Deutsch- und Kunstlehrerin des Fachgymnasiums ist mit den Schülern, die sich an den Berufsbildenden Schulen Weißenfels zu Gestaltungstechnischen Assistenten ausbilden lassen, ins Kunstprojekt Brand-Sanierung in Weißenfels-Nord gekommen. Ihr Lieblingsbild zeigt Lilien, ist der Blickfang in einem der vier Ausstellungsräume, in denen Farbholzschnitte von der Merseburgerin Irene Buchanan gezeigt werden. "Mich fasziniert die Farbenvielfalt genauso wie die Rationalität ihrer Drucke", sagt sie.
Martina Baumgart unterrichtet die Klasse im Fach Grafik und Design. "Mit Holzschnitten und Farbdrucken befassen wir uns im zweiten Ausbildungsjahr", erklärt die Lehrerin. "Hier können sich die Schüler dafür Anregungen holen."
"Das sind alles Denkanstöße der Künstlerin." Martina Baumgart Lehrerin
Sie weiß zu schätzen, dass die Ausstellungsbesuche im Kunstprojekt kostenlos sind, die Schüler trotzdem ganz praktisch an Kunst herangeführt werden können. Das verbindet die Berufsschullehrerin mit der Gymnasiallehrerin Christina Simon. Letztere hat das Kunstprojekt initiiert und hier ihr Atelier.
Irene Buchanans Farbholzschnitte stehen unter dem Motto "Bewahrung der Schöpfung". Es geht um die Sintfluterzählung, in der Gott Noah befiehlt, eine Arche zu bauen und von jeder Tierart ein Paar mitzunehmen. Martina Baumgart macht die Schüler auf die Arche-Bilder aufmerksam: "Das gleiche Motiv wird in unterschiedlichen Farben gedruckt." Außerdem sei es unterschiedlich stark symbolisiert. "Das sind alles Denkanstöße der Künstlerin", erklärt sie. Sie habe Irene Buchanan bei der Ausstellungseröffnung getroffen. Diese habe der Interpretation ihrer Bilder durch andere nicht widersprochen, wolle, dass die Betrachter sich selbst Gedanken machen, sagt Martina Baumgart.
Fast 100 Leute seien zur Eröffnung der Ausstellung erschienen, darunter auch mehr Schüler und Lehrer als zu früheren Ausstellungseröffnungen, blickt Christina Simon zurück. Seitdem hätten bereits Schüler der Neustadtschule, des Goethegymnasiums und des Fachgymnasiums in Kunstunterrichtsstunden die Ausstellung besucht, zählt sie auf und sieht es als Erfolg.
MZ vom 07.06.2008

Weißenfelser Schau erinnert an "Prometheus 1982" Feuerbringer wirft einen Brandsatz
VON UNSEREM REDAKTEUR ANDREAS HILLGER
Weißenfels/MZ. Der Anlass war über jeden Verdacht erhaben: Zum 150. Todestag Goethes wollte der hallesche Germanist Roland Rittig im Jahr 1982 eine Mappe mit Texten und Original-Grafiken veröffentlichen, die den "Prometheus" des Weimarer Klassikers auf seinen Sitz im gegenwärtigen Leben befragen sollte. Im Kulturbund der DDR war bald der geeignete Partner für das Projekt gefunden, dem frühere Editionen zu historischen Persönlichkeiten wie Luther und Lessing als Referenz dienten.
Wie und warum aus dem Mappenwerk schließlich doch ein Politikum wurde, will der Weißenfelser Verein Brand-Sanierung nun zum 25-jährigen Jubiläum des Mappenwerks "Prometheus 1982" beleuchten. Zur Vernissage einer Ausstellung mit den Originalblättern der Kollektion spricht heute der Herausgeber Roland Rittig, der hallesche Dichter Dieter Mucke liest u. a. seinen damaligen Beitrag "Panik im Olymp (Sisyphos erprobt sich als Prometheus)" - eine trickreiche Anverwandlung, in der den olympischen Göttern nur ein Schlips umgebunden wurde, um sie kenntlich zu machen.
Eben darin lag die Sprengkraft, die dem antiken Mythos eingeschrieben wurde: Texte wie Wilhelm Bartschs "Beurteilung des Prometheus" oder Adolf Endlers "Statement Ende März 82", Rainer Kirschs "Das Ende vom Lied" und Volker Brauns "Verfahren Prometheus" zogen den Menschenbildner und Feuerbringer mal sanft, mal gewaltsam an sich. Grafiken von Wolfgang Mattheuer und Otto Möhwald, Michael Morgner und Volker Stelzmann nutzten den Auftrag als Anregung zur Selbstbefragung.
Dass die aktuelle Debatte um nukleare Aufrüstung (etwa in Wieland Försters Atompilz über Strommasten) ebenso Darstellung fand wie der internationale Ideologie-Export (bei Uwe Pfeifers Che-Guevara-Porträt als Panzerschütze), konnte man mit Berufung auf die Erwartungshaltung durchaus als Einverständnis mit dem Thema werten. Wer jedoch im Lesen des Subtextes geübt war, musste den Doppelsinn solcher Motive erkennen. Und der blieb denn auch den Auftraggebern nicht verborgen.
Bereits bei der Uraufführung der Texte am 12. Juni 1982 in Dresden waren Beiträge von eingeladenen Künstlern aussortiert worden, das geplante Publikumsgespräch fand nicht statt. Wenig später landete die Auflage, die eigentlich landesweit an Galerien ausgeliehen werden sollte, im Depot: Die Götter hatten entschieden und übten sich "dem Knaben gleich, der Disteln köpft", in kleinlicher Zensur.
Zweieinhalb Jahrzehnte später ist die Anthologie noch immer sehenswert, weil sich eine repräsentative Auswahl von künstlerischen Positionen an einem gemeinsamen Thema studieren lässt. Dabei wird deutlich, dass die rückblickend so scharf gezogenen Fronten zwischen Staatskünstler und Dissident im Alltag keineswegs undurchlässig waren. Der Visionär Heiner Müller aber ahnte eine Zukunft, die den Künstlern bald blühte: Prometheus in weggesprengter Welt, "endlich allein mit seinem endlich frei schwebenden Felsen."
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Prometheus bringt Schülern Feuer
Ausstellung in Weißenfels verlängert - Schulbezogenes Projekt auch in Naumburg und Zeitz von Karin Großmann
Weißenfels/MZ. Die Prometheus-Ausstellung in Christina Simons Kunstprojekt Brand-Sanierung ist bis Mitte Dezember verlängert worden. Das liegt einerseits am Interesse des Publikums. Nicht nur zur Eröffnung der Schau kamen 60 Kunstinteressierte aus der ganzen Region, um die qualitativ wertvollen Arbeiten, die zu DDR-Zeiten zwar in Auftrag gegeben worden waren, dann aber nur einmal gezeigt, zensiert und verboten wurden, zu sehen. Im Zeitzer Museum sind die Arbeiten nicht verloren gegangen. Der Begleitausschuss des Burgenlandkreises für das Bundesprogramm "Vielfalt tut gut!" hat Fördermittel bewilligt, damit die Ausstellung nach Weißenfels als schulbezogenes Projekt im Januar und Februar noch in Zeitz und Naumburg gezeigt wird. Lothar Tautz, der Sprecher des Vereins "Gegen Vergessen - für Demokratie" will auch dort mit Schülern über die DDR-Geschichte und die Kunst ins Gespräch kommen. Die Auseinandersetzung mit Fragen, die die Prometheus-Mythologie aufwirft, und der Zusammenhang zu Christina Simons eigenen Linolschnitten fand bereits bei Lehrern und Schülern des Goethegymnasiums, des Fachgymnasiums der Berufsbildenden Schule Weißenfels und der benachbarten Neustadt-Sekundarschule Resonanz. 30 Elft- und Zwölfklässler des Goethegymnasiums kamen an einem Abend mit ihrer Lehrerin Uta Sommer ins Kunstprojekt in die Novalisstraße. Mit der Prometheus-Sage bereits im Unterricht vertraut gemacht, zeigte ihnen Tautz den Kurzfilm "Die Berliner Mauer", um sie in jene Zeit zu versetzen, als die aus Texten, Grafiken und Musik bestehende Prometheus-Ausstellung zum 150. Todestag Johann Wolfgang von Goethes 1982 in Auftrag gegeben wurde. In Gruppen schauten sich die Pennäler die Ausstellung mit dem Auftrag an, sich Bilder auszuwählen, über die sie später sprechen wollten. Erstaunliche Ansichten hörten Tautz, Simon und Sommer von den aufgeschlossenen und neugierigen Schülern. Warum jene Ausstellung 1982 zensiert und nicht mehr gezeigt werden durfte, erschloss sich den jungen Leuten nicht sofort. "Meinen Sie denn, dass sie damals eine Revolte ausgelöst hätte?", schickte Tautz die Schüler auf Tour und verband das Nachdenken mit dem wenige Jahre späteren Mauerfall in Deutschland.
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2007
Wanderausstellung von Christina Simon: Von Budapest über Freyburg nach Lengenfeld
Elisabeth-Bilder ziehen um
Anlässlich des 800. Geburtstages der Landgräfin Elisabeth von Thüringen hat die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon einen dreiteiligen Farblinolschnitt-Zyklus mit 30 Bildern angefertigt. Der wird an historischen Lebensorten der Heiligen Elisabeth gezeigt. Gerade ging die Wanderausstellung auf Schloss Neuenburg in Freyburg zu Ende.
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GROSSMANN
Freyburg/Weißenfels/MZ. Christina Simon packt im Schlosshof der Neuenburg in Freyburg ein. Ihre Wanderausstellung "Elisabeth -Landgräfin von Thüringen, Dienerin, Heilige" ist hier zu Ende. Als nächstes werden die Linolschnitte im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein gezeigt. Mit dem eigenen Pkw bringt die Weißenfelserin die Bilder nach Thüringen. Ihr Bruder Holger hilft ihr dabei. Dort will sie die Ausstellung, den Räumen angepasst, noch konzipieren. Der dreiteilige Zyklus, der in Erzählbilder, Schwellenbilder und Stillleben gegliedert ist, wird in dieser Woche aufgehängt und am Freitag eröffnet. 30 Bilder hat Christina Simon in den vergangenen zwei Jahren angefertigt. Doch nicht alle gehen auf die Reise an den dritten Ausstellungsort. Der 100 mal 70 Zentimeter große Linolschnitt mit dem Titel "Durch den Dornenwald hindurch" verbleibt auf der Neuenburg. Das Museum kauft ihn, bestätigt Museumsdirektor Jörg Peukert. Im Vorraum der Doppelkapelle, schräg gegenüber der Holzfigur der Heiligen Elisabeth, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, hängt das Bild. In jenem Raum kann auch der Knüpfteppich aus Wolle und Leinen aus dem 15. Jahrhundert besichtigt werden. Darauf sind auch Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth dargestellt. "Es ist ein Experiment", sagt Museumsdirektor Jörg Peukert. "Wir integrieren hier historische Exponate und zeitgenössische Kunst."
Die Bilder der Weißenfelser Grafikerin seien größtenteils gut angekommen, meint der Museums-Chef. Die Neuenburg war der zweite Lebensort der Heiligen Elisabeth, an dem die Bilder gezeigt wurden. Begonnen in der St.-Franziskus-Kirche in Budapest wird mit der Wanderausstellung, einem Pilgerweg gleich, dem Lebens der 1207 geborenen ungarischen Königstochter, die zur Landgräfin von Thüringen wurde, drei Kinder zur Welt brachte, sich bis zur Entkräftung für Bedürftige aufopferte und früh (1231) starb, gefolgt. Auf ein besonderes Exponat, das zurzeit auf der Neuenburg gezeigt wird, macht der Museumsdirektor aufmerksam. Im Rahmen der Dauerpräsentation Burg und Herrschaft wird die Predigtsammlung "Vita S. Elisabeth" von Dietrich von Apolda gezeigt, die als bedeutendste Lebensbeschreibung der Heiligen gilt. Darin sei die Neuenburg erwähnt und zitiert worden, dass Elisabeth verschenken könne, was sie wolle. Das spiegelt sich auch in den Bildern wider.
Das Andenken an eine große mittelalterliche Frau wollte Christina Simon mit ihren Schnitten bildkünstlerisch umsetzen, um zum Nachdenken über das karitative Wirken Elisabeths anzuregen. Das erscheint ihr in heutiger Zeit, in der Reichtum und Armut immer heftiger aufeinander stoßen, wichtig.
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Linolschnitte von Christina Simon zurück in Weißenfels - Aus 18 Bildern entsteht jetzt Standardausstellung Heilige Elisabeth verschwindet nicht
Die Wanderausstellung "Elisabeth - Landgräfin von Thüringen, Dienerin, Heilige" ist zu Ende. Vom letzten Ausstellungsort, dem St.-Elisabeth- und St.-Barbara-Krankenhaus in Halle holte Christina Simon die 31 Linolschnitte jetzt zurück in ihr Weißenfelser Atelier.
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GROSSMANN
Weißenfels/MZ. Mit dem großen Einpacken geht das Jahr für Christina Simon zu Ende. Geübt hat sie dafür in den letzten Monaten ziemlich regelmäßig. Immer wieder hat sie Folien schützend um ihre Bilder gelegt, sie dann gut gepolstert in ihr Auto gepackt und zum nächsten Ausstellungsort gefahren. Das war ihr die Heilige Elisabeth dann doch wert. Zu deren 800. Geburtsjubiläum in diesem Jahr hatte Christina Simon Linolschnitte für eine Wanderausstellung angefertigt.
"Ich habe parallel eine zweite Ausstellung mit 18 Bildern konzipiert."
Christina Simon Künstlerin
"Tausende Menschen haben sie gesehen", zieht die Weißenfelser Lehrerin und Künstlerin, deren Atelier sich im Kunstprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Novalis-straße 13 befindet, ein Resümee. Das wohl auch, weil sich die Bilder, entgegen der herkömmlichen Präsentationsmethoden in Museen, zu den Menschen auf den Weg gemacht haben. "Sie sind auf Pilgerreise zu verschiedenen Orten und damit unterschiedlichen Menschengruppen gegangen", erklärt Frau Simon. Sie spricht von der geschlossenen Kirchengemeinde in Budapest genauso wie von unzähligen Pilgern in der Begräbniskirche in Marburg, Wallfahrern in Erfurt und den ärzten, Krankenschwestern, Kranken und Besuchern in Kliniken - wie zuletzt in Halle. Dass eine Wanderausstellung eine hohe organisatorisch-technische Belastung darstellt, weiß die passionierte Künstlerin mittlerweile auch. Jeder Raum sei anders, die technische Ausstattung, um Bilder zu zeigen, ohnehin. Die Linolschnitte in Kirchenhäusern genauso gut wie in Kliniken zu präsentieren, sei schon eine Herausforderung gewesen, sagt sie. Doch die Bildergruppen immer so zu hängen, dass sie bei den jeweiligen Lichtverhältnissen am besten wirken, ist wichtig. Darum kümmerte sich Frau Simon jeweils persönlich. Die aneinander gereihten Ausstellungsorte folgten dem Lebensweg von Elisabeth, macht Frau Simon aufmerksam. Das Publikum habe an allen sechs Orten positiv und dankbar reagiert. Das Thema, mit dem sie sich selbst auseinander setzte, habe das Jubiläumsjahr bereichert. Das bezeugen auch die Einträge ins Gästebuch.
Figuren mit ihrer Geschichte zu verbinden und immer wieder zu erzählen, sieht sie als aktuelles Thema an. "Im Nach- und Weitererzählen von gehaltvollen Geschichten für nächste Generationen besteht unsere Aufgabe", stellt sich die Weißenfelser Pädagogin auch für ihre Freizeit eine Aufgabe.
"Für dieses Projekt konnte ich sehr schnell Verbündete finden", blickt Christina Simon auf das Jahr zurück. Der Kunsthistoriker Dr. Falko Bornschein publizierte für die Schau ein Faltblatt. Die Kunsthistorikerin Ulrike Meier führte an jedem Ort mit einem Vortrag in die Ausstellung ein. Die Theologin Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann richtete den Blick auf die Entwicklung der Frömmigkeitsbewegung des 13. Jahrhunderts, das die Heilige Elisabeth sehr prägte.
Elf Linolschnitte aus der Elisabeth-Serie hat Christina Simon verkauft. Reich werden könne sie davon nicht. Doch die Anerkennung ihrer Arbeit sehe sie darin schon. Weil die Resonanz in diesem Jahr so groß war, wird Simons Elisabeth auch nicht von der Bildfläche verschwinden. "Ich habe parallel eine zweite Ausstellung mit 18 Bildern konzipiert", sagt sie. Die war zur Langen Nacht an der Martin-Luther-Universität in Halle, in ihrer Heimatpfarrei Goseck und in der Herz-Jesu-Kirche sowie dem St.-Barbara-Krankenhaus im bayerischen Schwandorf zu sehen. Es gebe weitere Nachfragen, die Elisabeth-Linolschnitte auch nach dem Jubiläumsjahr zu zeigen, sagt die Künstlerin. Deshalb wolle sie nun eine Standardausstellung zusammenstellen, die dann abgerufen werden könne.
Dass die Weißenfelserin aber auch schon an einem anderen Thema arbeitet, verwundert nicht. Sie sei angesprochen worden, sich doch mal mit Mechthild von Magdeburg zu befassen. Auch deren Geburtstag jährte sich 2007 zum 800. Mal. Doch mehr verrät Christina Simon noch nicht. Erst, wenn die Ausstellung für 2008 fertig ist.
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Ausstellung in der Brand-Sanierung: Heute Vortrag über Grafiker und Kunstsammler Rudolf Franke
Linolschnitte begeistern durch Farben
VON UNSERER REDAKTEURIN KARIN GROSSMANN
Weißenfels/MZ. Rote Punkte kleben auf einigen Schildern unter den Bilden. "Die sind verkauft", erklärt Christina Simon die Kennzeichnung. Zwar stehe der Verkauf von Linolschnitten von Rudolf Franke, die zurzeit im Kunstprojekt Brand-Sanierung in der Weißenfelser Novalisstraße 13 unter dem Motto "Rudolf Franke (1925 -2002 - Wirken in die Zeit" gezeigt werden, nicht im Vordergrund.
"Auch Gymnasiasten im Kunstunterricht nutzen die Chance, Frankes Bilder zu sehen."
Christina Simon Künstlern
Doch Frankes Frau Ilse, die Schirmherrin der Schau, gibt den Kunstfreunden die Möglichkeit. Wohl auch, weil sie bei der Eröffnung der Ausstellung in Weißenfels auf viel interessiertes Publikum gestoßen sei, meint Frau Simon, die Initiatorin der Brand-Sanierung. Simon und Franke verbinden Gemeinsamkeiten im bildnerischen Schaffen und im Auftrag, Menschen miteinander via Kunst ins Gespräch zu bringen. Christina Simon zeigt in den gegenüberliegenden Räumen in ihrer Werksschau großformatige Linolschnitte. Die geben einen spannungsvollen Bogen zu den Drucken des Erfurter Künstlers, Kunsterziehers, Hochschullehrers und Sammlers, bei dem Frau Simon selbst ein Jahr Unterricht hatte. Nicht nur auf vielfältige Technik, sondern auch auf außergewöhnliche Farbenvielfalt kann sich der Besucher in der Brandsanierung freuen. Es seien übrigens nicht nur zur Eröffnung rund 100 Leute, davon etliche aus Erfurt, angereist, sagt Frau Simon. "Täglich kommen Leute in die Ausstellung. Auch Gymnasiasten im Kunstunterricht nutzen die Chance, Frankes Bilder zu sehen", freut sie sich.
Frankes Grafiksammlung, die er gemeinsam mit seiner Frau Ilse aufgebaut hat, gehört mit 14 000 Exemplaren zu den wertvollsten privaten Sammlungen internationaler Grafik des 20. Jahrhunderts, sagt Frau Simon. Im Jahr 2004 hat seine Witwe die Sammlung dem Angermuseum in Erfurt geschenkt. Nach dem Umbau des Museums sollen dort Teile der Sammlung ausgestellt werden. Mit der Kuratorin der Sammlung "Ilse und Rudolf Franke" hat Christina Simon bereits gesprochen, auch in Weißenfels immer mal wieder eine Teil davon zu präsentieren. Zunächst können die drucktechnische Meisterschaft Frankes und die eindrucksvolle Farbgebung seiner Bilder aber in der bis 29. September laufenden Ausstellung bewundert werden. Dort halte Cornelia Nowak, die Kustodin der grafischen Sammlung am Angermuseum Erfurt, heute Abend den Vortrag "Die Kunst soll eine kraftvolle Speise für alle sein". Dazu werde auch Ilse Franke, die Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt und Trägerin des Thüringischen Verdienstordens sei, nach Weißenfels kommen, um interessierten Besuchern gerne Fragen zu beantworten.
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Ausstellung im Kunstprojekt Brand-Sanierung: Linolschnitte von Rudolf Franke (1925 bis 2002) zum Thema "Wirken in die Zeit"
Ehefrau wählt Bilder für Weißenfelser Schau aus
VON BIRGIT SCHULZ
Weißenfels/MZ. Dicht gedrängt standen am Sonntagnachmittag fast 100 Besucher in den Ausstellungsräumen des Kunstprojektes Brand-Sanierung. Sie waren nicht nur aus der Region, sondern selbst aus Erfurt, Frankfurt und München gekommen, um die Ausstellung "Rudolf Franke - Wirken in die Zeit" festlich zu eröffnen. Ihre Motive, die sie an diesen Ort führten, waren unterschiedlich. Für viele stand der Kunstgenuss im Vordergrund, andere kamen, weil sie die Entwicklung des Ateliers seit Jahren begleiten. Eine große Besucherschar aber hatte besonderen Grund zu kommen, da Rudolf Franke zu ihrer Lebensgeschichte als ein Meilenstein in ihrer Biografie gehört. Kunsterzieher erlebten ihn während ihrer Ausbildung in Erfurt als einfühlsamen Hochschullehrer.
Dass die Ausstellung hier in Weißenfels gelingen konnte, ist in erster Linie Frankes Ehefrau Ilse, Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt und Trägerin des Thüringer Verdienstordens, zu verdanken. Als exzellente Kennerin des Werkes und Wegbegleiterin traf sie die Bildauswahl und richtete als Schirmherrin bewegende Worte an das Publikum. In Christina Simon, der Initiatorin der Brand-Sanierung, findet sie mit Rudolf Franke Gemeinsamkeiten im bildnerischen Schaffen und im Auftrag, Menschen miteinander via Kunst ins Gespräch zu bringen. Da die Druckkunst im Haus in der Novalisstraße 13 einen festen Platz einnimmt, bilden die in der gegenüberliegenden Werkstattschau zu sehenden großformatigen Linolschnitte Christina Simons neben den Arbeiten Rudolf Frankes einen spannungsvollen und ebenbürtigen Gegenpart. Cornelia Nowak, Kustodin der grafischen Sammlung am Angermuseum Erfurt und Kuratorin der Sammlung "Ilse und Rudolf Franke", eröffnete die Ausstellung, die bis zum 29 September zu sehen ist.
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Kunstprojekt Brand-Sanierung: Ausstellung zeigt Linoldruckgrafiken
Vorbild fällt auf fruchtbaren Boden
Weißenfels/MZ/gro. Nach der Sommerpause lockt die nächste Ausstellung ins Kunstprojekt Brand-Sanierung Weißenfels, Novalisstraße 13. Ab 2. September werden dort Linoldruckgrafiken des Erfurter Künstlers Rudolf Franke (1925 bis 2002) unter dem Motto "Wirken in die Zeit" gezeigt. "Dass die Brand-Sanierung Rudolf Franke ausstellt, hat doppelten Symbolwert", sagt Christina Simon, die Chefin des Hauses. Einerseits werde die Ausstellung einen konzentrierten überblick über sein Linoldruckwerk, angefangen von einfachen Darstellungen der 60er Jahre bis hin zu den Mehrfachdrucken der 90er Jahre, zeigen und Frankes Wege exemplarisch nachzeichnen. Zum anderen zeige sie genau die Kunstform, die im Haus Brand-Sanierung einen festen Platz auf hohem Niveau habe. An diesem Ort sei das Vorbild und Vermächtnis Frankes auf fruchtbaren Boden gefallen. Schließlich habe sie viel von ihm gelernt, sagt die Weißenfelser Künstlerin. Frankes Grafiksammlung, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ilse aufgebaut hat, darf mit 1 400 Werken als eine der qualitativ wertvollsten und umfangreichsten Privatsammlungen internationaler Grafik des 20. Jahrhunderts, zumindest im Raum der ehemaligen DDR, bezeichnet werden, meint Frau Simon. Als treibende Kraft der Erfurter Ateliergemeinschaft, die es von 1963 bis 1974 gab, organisierte er Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und förderte Künstler.
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2006
Ausstellung im Weißenfelser Kunstprojekt "Brand-Sanierung" über Arbeiten reden
VON UNSEREM REDAKTEUR ANDREAS MONTAG
Wie bekommt man das Nachdenken nicht allein über den Mangel an Arbeitsplätzen, sondern auch über die Vielgestalt der Arbeit und die sich wandelnden Lebensverhältnisse in einer schrumpfenden Region wie Weißenfels unter den Hut einer Ausstellung? Indem man die vom Wandel Betroffenen, die ja zugleich Adressaten der Kunst-Arbeiter sind, als handelnde Personen begreift und sie einlädt, über ihre Lage öffentlich nachzudenken. So geschehen in Weißenfels, die Räume des von Christina Simon ehrenamtlich betriebenen, verdienstvollen Kunstprojektes "Brand-Sanierung" geben den Rahmen für die Arbeit von Judith Siegmund aus Berlin. Die ideelle, nicht ideologische Grundlage für das Projekt "Berufung - Job - Maloche?" liefert Hannah Arendts Buch "Vita activa", in dem es um die Grundbedingen menschlicher Existenz geht. Arendt (1906-1975), deutsche Jüdin und Schülerin des Philosophen Martin Heidegger, hat in diesem Hauptwerk ihrer Politischen Theorie verschiedene Formen der Tätigkeit benannt: das Arbeiten, das Herstellen und das Handeln. "Handelnd und sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind." Hannah Arendt Philosophin Letzterem weist sie besonderen Stellenwert zu, weil es sich in ihrer Lesart allein zwischen Menschen, nicht zwischen Menschen und Dingen vollzieht. "Handelnd und sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind", schreibt Arendt. Diesem Ansatz ist die Konzeptkünstlerin und studierte Philosophin Siegmund zunächst mit so genannten Lesekursen zum Werk Arendts gefolgt, die sie im vergangenen Jahr im Kunstraum "Brand-Sanierung" mit Weißenfelser Bürgern veranstaltet hat. Nun kehren die Ergebnisse des Reflektierens über Arbeit und politisches Handeln in die Arbeiterstadt zurück, die schwer am Strukturwandel zu tragen hat. Auf Monitoren und an den Wänden kommen die Gesprächsteilnehmer zu Wort, der Austausch von Gedanken wird als Tätigkeit begriffen, die einen immateriellen Mehrwert schafft. Auch wenn bittere Befunde wie dieser das Gegenteil zu behaupten scheinen: "Nur wer Geld hat, kann für sein Ansehen etwas tun."
Ausstellung im Haus der "Brand-Sanierung" Weißenfels, Novalisstraße 13, bis zum 25. Mai, Di-So 14-18 Uhr.
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Langes Interesse an den leblosen Dingen
Im Haus in der Novalisstraße 13 waren am vergangenen Samstagabend wieder die Pforten für Besucher geöffnet. Das Kunst- und Kulturprojekt „BRAND-SANIERUNG“ führt nach erfolgreicher Bilanz der vergangenen Jahre die Arbeit fort. Zeitgenössische Kunst mit regionaler Verankerung hat dort eine Heimat gefunden.
Christina Simon hat sich über ein halbes Kalenderjahr mit der stillen Natur auseinandergesetzt und stellt ihre Antwort in großformatigen farbigen Linolschnitten in einer beachtlichen Ausstellung zur Schau. … Ein großes Publikum kam zusammen und saß dicht gedrängt inmitten der Ausstellung, um dem Kunstwissenschaftler Armin Hauer vom Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder bei einem Streifzug durch die Kunstgeschichte des Stillebens in der europäischen Kunst von der Antike bis zur Gegenwart zu folgen.
MZ vom 06.05.2006
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Ein Projekt auf dem Weg zur Stiftung
Für das Gründerzeithaus in der Weißenfelser Novalisstraße13 soll mit der Schaffung einer Stiftung ein positives Signal gesetzt werden.
Dafür setzen sich die Künstlerin Christina Simon und Bernd Steudtner, der Geschäftsführer der WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH mit großem Engagement ein. Beide arbeiten gemeinsam daran, das denkmalgeschützte Haus mit Unterstützung einer solchen Stiftung zu sanieren und auch auswärtigen Künstlern sowie Besuchern zugänglich zu machen.
MZ vom 10.06.2006
2005 Seitenanfang  Zum Seitenanfang

Bilder beschäftigen sich mit Jona
Seit über einem Jahrzehnt gilt die Novalisstraße 13 als Adresse für kleine aber feine Begegnungen Kunstinteressierter. Am Samstag, 9. April hatte Frau Simon anlässlich der Eröffnung ihrer Frühjahrsausstellung mit Arbeiten über den Propheten Jona mehr als dreißig interessierte Besucher zu Gast.
Durch den Theologen Dr. Gerhard Begrich aus Erfurt erhielt das Publikum eine kurzweilige Einführung in die Hintergründe der biblischen Prophetie. Sein Vortrag machte anschaulich klar, in welchem Ausmaß der Text aktuelle Bezüge aufweist. Danach sahen die Betrachter die in einer besonderen Linoltechnik gefertigten Kunstwerke von Frau Simon mit ganz anderen Augen.
MZ vom 12.04.2005
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Fotos aus Chloes Tagebuch
Wieder einmal konnte das Projekt „BRAND-SANIERUNG“ am Wochenende auf einen Höhepunkt in seiner Veranstaltungsfolge des Jahres verweisen.
Die Ausstellungseröffnung der jungen Fotokünstlerinnen Nora Erdmann, Myriam Lutz und Jean Balke zog starkes Interesse der Besucher auf sich. Mit modernen Medien, großformatigen Fotografien, einer konzeptionell arrangierten Fotowand und einer Videoinstallation mit fünf Monitoren nähern sie sich aus verschiedenen Positionen dem Porträt.
Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war das anschließende Akkordeonkonzert mit Nancy Laufer, einer gebürtigen Weißenfelserin, die sich jüngst in die Meisterklasse von Stefan Husong gespielt hat.Es war einfach wie die Akkordeonistin mit dem ganzen Körper das Instrument in Bewegung versetzt und welchen Herausforderungen sie sich bei der Musikauswahl gestellt hat. Das Konzert endete mit Bravo- und Zugaberufen eines sehr konzentrierten und ergriffenen Publikums.
Neben den Arbeiten der jungen Künstlerinnen hat die Gastgeberin und Initiatorin Christina Simon ihre neuesten Linolschnitte zur Schau gestellt. Sie hinterfragtin ihrer Arbeit das Verhältnis des Menschen zur Welt und zu Gott. Im Gegensatz zu den Porträtierenden hat sie einen symbolischen und typologischen Ansatz gewählt. Neue Farbkombinationen und Themen weckten hier das Auge der Betrachter, von denen viele ihren Arbeitsstil kennen.
MZ vom13.09.2005
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Kunstkurse verlegen den Unterricht ins Atelier
Die Fotoarbeiten der jungen Künstlerinnen Nora Erdmann und Miriam Lutz aus Berlin, sowie Jean Balke aus Köln, haben ein breites Publikum sehr beeindruckt.
Auch viele Jugendliche fühlten sich unmittelbar von den Bildern angesprochen und erkannten sich und ihre Fragen darin wieder. Ältere Besucher waren überrascht und erstaunt über die neuen Formen, Kompositionen und Sichtweisen. Die Bilder regten zu intensiven Diskussionen an über das Antlitz des Menschen als Landkarte seiner Seele.
Etwa vierhundert Gäste haben die Ausstellung gesehen. Hervorzuheben, und als neue Qualität für das Projekt zu verzeichnen, ist der rege Anteil von Kunstkursen verschiedener Schulen. … Gemeinsam mit ihren Lehrern haben sie vor Ort ihren Kunstunterricht in einer offenen und sehr kommunikativen Form durchführen können.
Die Besonderheit des derartigen Unterrichts lag zum einen in der direkten Auseinandersetzung mit den Originalen, an einem Ort, an dem Kunst entsteht und gezeigt wird und zum anderen in der Möglichkeit, unmittelbar mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen, ihnen Fragen zu Motiv und Technik stellen zu können. …
Die Fotografie und das Video als moderne Form auf der einen Seite und das alte Handwerk auf der anderen Seite, das forderte auch die Besucher zu unterschiedlichen Reaktionen heraus. Schienen doch Film und Foto für einige leicht lesbar zu sein, so mussten sie bei den Linolschnitten länger verharren, um in die Inhalte einzudringen.
Diese breite und umfassende Palette an verschiedenen Techniken, Themen und Sichtweisen von vier verschiedenen Künstlerinnen war für viele ein außergewöhnliches Erlebnis und eine kunstvolle Bereicherung. Erstaunlich und erwähnenswert sind auch immer wieder unerwartete Gäste in den Nachmittagszeiten gewesen. Sie kamen durch Neugier motiviert von weit außerhalb der Grenzen der Region und würdigten das Projekt als äußerst bedeutsam für die Stadt Weißenfels.
MZ vom 19.10.2005
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2004
Kontrastreiche Ausstellung verspricht Spannungsbogen
Wieder zog es viel Stammpublikum in das denkmalgeschützte Gründerzeithaus, das als wertvoller Klinkerbau saniert werden müsste.Christina Simon schuf in diesem Jahr großformatige Druckgrafiken, die biblische Gestalten zeigten und ebenso wie Glasmalereien seit dem vergangenen Wochenende viel Aufmerksamkeit erregen.
Einen spannenden Kontrast dazu bieten die Arbeiten der langjährigen MZ-Bildreporterin Ingelore Lohse.
MZ vom 31.08.2004
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Akustische Reise im Kopf
Das Publikum im Gründerzeithaus ließ sich am Abend schnell darauf ein und genoß Phantasielandschaften und Zeitreisen. Ob gregorianische oder spanische Klänge, Großstadt-Beats oder Jazz-Melodien angereichert mit Kalimba und Klangschalen oder mit dem Klopfen auf den Resonanzkörper der Gitarre – all jenes präsentierte Zenker so nuancenreich, dass die gedankliche Reise durch die Welt nicht schwer fiel.
MZ vom 9.10.2004
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Biograf lässt Raum für Interpretation
Hochkarätiger Besuch in der Novalisstraße 13. Einmal mehr bewies Simon in der dreijährigen Tradition ihres Projektes mit der Einladung von Dwars, wie wichtig die Kommunikation zwischen Menschen ist, ohne Meinungen vorzugeben oder mit dem Strom zu schwimmen.
MZ vom 11.11.2004
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2003
Bilder versprechen Spannung
Dicht gedrängt stehen die Besucher am Sonnabend in der ersten Etage des Hauses Novalisstraße 13 in der Weißenfelser Neustadt. Nicht eine, sondern gleich drei Ausstellungen werden eröffnet. Ausstellungen, die unterschiedlicher nicht sein können und deshalb einen spannungsreichen Nachmittag mit guten Gesprächen und interessanten Begegnungen versprechen.
Während Schüler der Landesschule Pforta und des Weißenfelser Goethe-Gymnasiums im Hof ungewöhnliche Stuhl- und Tischprojekte zeigen, teilen sich im Atelier Gastgeberin Christina Simon mit Druckgrafik und Jacqueline Apel aus Genf mit Landschaften und Stillleben in Öl die Räume.
MZ vom 26.08.2003
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Etwas anderes Atelier zieht magisch an
Nein, es ist nicht die Elite aus der Kunstszene, die sich hier in der Novalisstraße 13 in der Weißenfelser Neustadt trifft, es sind Menschen wie du und ich. … Dieser Ort lässt Eitelkeit nicht zu, die Kleingärtner von der Sparte in der Nachbarschaft sind neugierig. Kinder wollen Fragen los werden. Hier muss sich niemand etablieren … Es sind keine zahlenden Gäste gekommen. Hier waren Menschen mit verschiedenen Motiven, sei es Mundpropaganda, Neugier, Ehrlichkeit, Leidenschaft an der Sache, sei es Vertrautheit oder die Chance, sich einzubringen und offen zu sein. … Es ist Ausdruck für das Miteinander von Generationen.… man muss mit dem arbeiten, was da ist, damit nicht noch mehr verloren geht und der Kreislauf der Kultur weiterleben kann.
MZ vom 18.09.2003
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2002
Während eines Treffens brachte sie Künstler mit Besuchern zusammen, hob die Barriere zwischen beiden auf, indem sie Freunde und Bekannte herausforderte und ihnen Möglichkeiten gab, den Kunstwerken Eigenes entgegenzusetzen. …
MZ vom 23.08.2002
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