Pressestimmen Hannah-Arendt-Lesekurse in Weißenfels

Die Arbeit als Kunstprojekt
Hannah-Arendt-Lesekurse in Weißenfels
Das Frau Siegmund die Arbeit als Thema des Kunstprojektes wählte, hängt nicht zuletzt mit der Geschichte der Stadt Weißenfels zusammen, die immer eine Arbeiterstadt war, in der heute noch viele Arbeiter und auch Arbeitslose leben.
Weil das Kunstprojekt BRAND-SANIERUNG mit dem Netzwerk Ernährungsgewerbe kooperiert, hofft man auch aus deren Mitgliedsbetrieben auf Teilnehmer in den Kursen.
Die Künstlerin wird mit den Texten aus Hannah Arendts Buch und ihren eigenen Erfahrungen eine Laborsituation schaffen. Was daraus wird, kann jeder Teilnehmer durch eigene überlegungen und Erfahrungen mitgestalten.
MZ vom 20.07.2006

Berlinerin redet über die Rolle der Arbeit
Kunstprojekt in Weißenfels: Judith Siegmund leitet Hannah-Arendt-Lesekurse
Weißenfels ringt als Teilnehmerin am Städtenetz der Internationalen Bauausstellung 2010(IBA) mit seiner Qualität um ein neues Profil. Besonders die Neustadt gilt als Brennpunkt der Stadt. Und genau dort, im Kunstprojekt BRAND-SANIWERUNG in der Novalisstraße 13, soll Kultur auch für Weißenfels neue Weise in diesem Sommer stattfinden.
In Hannah-Arendt-Lesekursen unter dem Arbeitstitel „Arbeiten, Herstellen und Handeln“ soll es um Vorstellungen zum Thema Arbeit gehen.
„Damit wird an den zweiten IBA-Arbeitsschwerpunkt für Weißenfels angeknüpft“, mein Organisatorin Christina Simon dazu.
Warum gerade Hannah Arendts Buch als Grundlage gewählt wurde, erklärt Judith Siegmund: „Sie geht davon aus, dass es sich bei unserer Gesellschaft seit dem 17.Jahrhunderz um eine Gesellschaftsform handelt, die auf dem Phänomen der Arbeit beruht. Hannah Arendt nennt diese Gesellschaft im Ganzen eine Arbeitsgesellschaft.“
MZ vom 01.08.2006

Lesen gegen die Resignation
Künstlerin will Buch der Philosophin Hannah Arendt mit den Weißenfelsern lesen
Die Diskussion um Arbeit und Arbeitslosigkeit prägen die Gesellschaft und haben sogar so viel Sprengkraft, um Bundesregierungen aus dem Amt zu kippen.
Die Berliner Künstlerin Judith Siegmund will mit dem Kunstprojekt „Berufung, Job, Maloche? - Arbeiten ,Herstellen, Handeln „ aus dem Buch „Vita Aktiva“ annähern. Darin kritisiert Arendt, dass das Leben nur auf die Arbeit ausgerichtet ist und keine Zeit zum Handeln bleibt. Auch Siegmund hält die einseitige Ausrichtung von Arbeit zum Bestreiten des Lebensunterhaltes für falsch.
Abendblatt. Ausgabe August 2006

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Am Ende geht’s vor die Kamera
Hannah-Arendt-Lesekurse in Weißenfels: Vier von sechs Gesprächsrunden sind vorbei.
Vier von sechs Hannah-Arendt-Lesekursen im Kunstprojekt BRAND-SANIERUNG in der Novalisstraße 13 sind vorbei. Und schon jetzt kann Christina Simon mit dem Erfolg zufrieden sein.
Die Künstlerin und Philosophin bewegte die Teilnehmer, alt und junge, welche einer geregelten Arbeit nachgehen, und solche, die einen Ein-Euro-Job haben und Rentner, eigene Erfahrungen mit der Arbeit in die Diskussionen einzubringen. Da ging es nicht nur darum, mit der Arbeit das tägliche Brot zu verdienen.
„ich danke für ihren Mut; an den Kursen teilzunehmen“, hat die Brandsanierungschefin die 14 Teilnehmer des ersten Kurses begrüßt. „Von ihrem Engagement hängt der Erfolg ab.“ Die Weißenfelser hatten in den sechsstündigen Kursen eine Menge zu sagen. Nicht alle, aber ein Teil von ihnen ließ sich anschließend von Judith Siegmund vor der Kamera interviewen.
MZ vom 26.08.2006

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Weißenfels- Film zu Hannah Arendt
Lesekurse im Kunstprojekt BRAND-SANIERUNG abgeschlossen - Sechs Stunden Filmmaterial entstanden
Insgesamt 80 Frauen und Männer, Junge und ältere, Arbeitslose und solche, die einen Job haben, Geschäftsleute und Rentner, Menschen mit unterschiedlichen Lebenswahrnehmungen nahmen daran teil. Christina Simon sieht die Lesekurse in Weißenfels, ein neuartiges Kunstprojekt in der Region, als Erfolg an. Und das nicht nur wegen der Teilnehmerzahlen in diesem Sommer.
„Die Stadt und andere Entscheidungsträger haben auf das Projekt offen reagiert, es ideell und materiell unterstützt.“
In den Kursen hätten sich die Teilnehmer intensiv mit fremden Ideen, eben denen von Hannah Arendt, auseinandergesetzt, haben persönliche Erfahrungen mit großer Offenheit ausgetauscht. Mit Kompetenz habe Judith Siegmund philosophische Texte mit diesem Erfahrungen verbunden.
MZ vom 16.09.2006

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Die Scheu überwinden
Unbekanntes Terrain: Hannah-Arendt-Lesekurse von Judith Siegmund in Weißenfels
An den ersten drei Lesekursen Mitte August nehmen fast 30 Personen teil. Und wie von Judith Siegmund erhofft, kamen Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen in die Räume des Kunstprojektes „BRAND-SANIERUNG“ in die Novalisstraße.
„Das Lesen der Textabschnitte war für alle eine Herausforderung“, sagte die Künstlerin.
Abendblatt. Ausgabe September 2006

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Kunst gibt Trost und Hoffnung
Große Anerkennung findet von allen Seiten die Kunst, die Partner für das Projekt zu gewinnen, die Kontaktaufnahme, die menschliche öffnung. "Egal aus welcher sozialen Schicht, mit welcher Bildung ausgestattet, ob Jung oder Alt, sie hat alle behutsam aufgeschlossen", lobt Renate Deckert, wie die Künstlerin sie und andere gewonnen hat, sich zu beteiligen.
"Avantgardistisch" nennt Lore Sprenger schließlich die Arbeit, als sich diese ihr in ihrer Vielgestaltigkeit dargeboten hat. Sie findet darin Weißenfels und seine Menschen wieder, Geschichte und aktuelle Entwicklungen - und Anregungen für sich selbst.
MZ vom 30.04.2007

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über Arbeit reden
Die Räume des von Christina Simon ehrenamtlich betriebenen, verdienstvollen Kunstprojektes BRAND-SANIERUNG geben den Rahmen für die Arbeit von Judith Siegmund aus Berlin. Die ideelle, nicht ideologische Grundlage für das Projekt "Berufung-Job-Maloche?" liefert Hannah Arendts Buch "Vita activa", in dem es um die Grundbedingungen menschlicher Existenz geht. … Diesem Ansatz ist die Konzeptkünstlerin und studierte Philosophin Judith Siegmund zunächst mit sogenannten Lesekursen zum Werk Arendts gefolgt. …
Nun kehren die Ergebnisse des Reflektierens über Arbeit und politisches Handeln in die Arbeiterstadt zurück, die schwer am Strukturwandel zu tragen hat. Auf Monitoren und an den Wänden kommen die Gesprächsteilnehmer zu Wort, der Austausch von Gedanken wird als Tätigkeit begriffen, die einen immateriellen Wert schafft.
MZ vom 05.05.2007

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über Arbeiten reden
Weißenfels/MZ. Wie bekommt man das Nachdenken nicht allein über den Mangel an Arbeitsplätzen, sondern auch über die Vielgestalt der Arbeit und die sich wandelnden Lebensverhältnisse in einer schrumpfenden Region wie Weißenfels unter den Hut einer Ausstellung? Indem man die vom Wandel Betroffenen, die ja zugleich Adressaten der Kunst-Arbeiter sind, als handelnde Personen begreift und sie einlädt, über ihre Lage öffentlich nachzudenken. So geschehen in Weißenfels, die Räume des von Christina Simon ehrenamtlich betriebenen, verdienstvollen Kunstprojektes "Brand-Sanierung" geben den Rahmen für die Arbeit von Judith Siegmund aus Berlin. Die ideelle, nicht ideologische Grundlage für das Projekt "Berufung - Job - Maloche?" liefert Hannah Arendts Buch "Vita activa", in dem es um die Grundbedingen menschlicher Existenz geht. Arendt (1906-1975), deutsche Jüdin und Schülerin des Philosophen Martin Heidegger, hat in diesem Hauptwerk ihrer Politischen Theorie verschiedene Formen der Tätigkeit benannt: das Arbeiten, das Herstellen und das Handeln. "Handelnd und sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind." Hannah Arendt Philosophin Letzterem weist sie besonderen Stellenwert zu, weil es sich in ihrer Lesart allein zwischen Menschen, nicht zwischen Menschen und Dingen vollzieht. "Handelnd und sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind", schreibt Arendt. Diesem Ansatz ist die Konzeptkünstlerin und studierte Philosophin Siegmund zunächst mit so genannten Lesekursen zum Werk Arendts gefolgt, die sie im vergangenen Jahr im Kunstraum "Brand-Sanierung" mit Weißenfelser Bürgern veranstaltet hat. Nun kehren die Ergebnisse des Reflektierens über Arbeit und politisches Handeln in die Arbeiterstadt zurück, die schwer am Strukturwandel zu tragen hat. Auf Monitoren und an den Wänden kommen die Gesprächsteilnehmer zu Wort, der Austausch von Gedanken wird als Tätigkeit begriffen, die einen immateriellen Mehrwert schafft. Auch wenn bittere Befunde wie dieser das Gegenteil zu behaupten scheinen: "Nur wer Geld hat, kann für sein Ansehen etwas tun."
MZ vom 30.04.2007

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