ELISABETH - LANDGRäFIN VON THüRINGEN
DIENERIN, HEILIGE

Aspekte des Besinnens als schöpferischer Weg
Betrachtung zum Elisabeth-Zyklus von Christina Simon

Die Linolschnitte von Christina Simon zum Entwicklungsweg Elisabeths von Thüringen stehen im Mittelpunkt der Betrachtung.
Elisabeth von Thüringen zählt zu den tragenden Persönlichkeiten einer religiösen Aufbruchsbewegung des frühen 13. Jahrhunderts in Mitteleuropa, die sich in der Nachfolge Christi dem Armutsideal und dem Dienst am Nächsten verschrieben.
Anlässlich ihres 800 jährigen Geburtsjubiläums wird in diesem Jahr der Hl. Elisabeth zu Recht wieder große Aufmerksamkeit geschenkt.
Einen Beitrag zur Ehrung und dem Andenken der großen mittelalterlichen Frau bildet der dreiteilige Zyklus der Weißenfelser Künstlerin Christina Simon. In großformatigen farbigen Linolschnitten hat sich die Grafikerin bildkünstlerisch mit dem karitativen Wirken Elisabeths in selbstgewählter Armut auseinandergesetzt.
Das Konzept der Ausstellung besteht darin, dem Wirken und dem Lebensweg der Heiligen Elisabeth nach zu sinnen und im NACHSINNEN eine Möglichkeiten zu finden, die  Facetten ihres Handelns neu zu begreifen.
Die Ausstellung pilgert sinnbildhaft von Elisabeths Geburtsland bis zur Stätte ihres Todes.  In Budapest wurde sie im vergangenen Jahr während des Patronatsfestes erfolgreich eröffnet. Anschließend wird sie nacheinander auf der Neuenburg in Freyburg/U., im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein, im Dom zu Erfurt, in der Begräbniskirche zu Marburg und dann abschließend im St.-Barbara - und St. Elisabeth-Krankenhaus in Halle gezeigt.
Ostern bilden sind erst recht Anlass und Anknüpfungspunkt, die Ausstellung am Entstehungsort zu zeigen, um mit den Menschen der Region ins Gespräch zu kommen, bevor die Bilder anschließend weiter auf die geplante Reise gehen.
Heilige sind heilig, nicht weil sie weit entfernt von alltäglichen Lebensmustern sind, nein, gerade weil sie mitten im Morast des Lebens stehen und nachhaltig gewirkt haben.
Elisabeth war eine solche Frau, die Mitten unter den Menschen stand und mit völliger Hin- und Selbstaufgabe ihr Werk verrichtete. Sie wurde als Botin von Gott geschickt, in eine höfische Gesellschaft hinein, die von Luxus, Verschwendung, Konsumrausch und überflüssigen Dingen gelangweilt und geprägt war. Das kommt uns bekannt vor.
Elisabeth hat neue Maßstäbe gesetzt und diese konsequent auch gelebt. Ihre Bereitschaft, alle Tage Gutes zu tun, zu teilen oder zu geben, war keiner wohltemperierten Frömmigkeit oder halbherzigen Spendenbereitschaft geschuldet, sondern zutiefst entschieden. Sie lebte, wie sie dachte und fühlte.
Diese hohe Moral, Gottesfurcht und Demütigkeit gegenüber dem Leben, der tägliche Gang zu den Menschen, das tägliche Gut- Sein-Wollen könnten uns wieder einmal in den Sinn kommen, gerade in einer Zeit, in der es zu den größten Herausforderungen gehört, täglich moralisch rein zu bleiben.
  Von daher ist der Blick auf Elisabeth von Thüringen, die in der Nachfolge Christi steht, aktueller und notwendiger denn ja.